Spende für Demenzgarten

Juli 6th, 2018

Weiden. (sbü) Anlässlich der Einweihungsfeierlichkeiten des Seniorenheims Eleonore Sindersberger überreichen Präsidentin Kornelia Sparrer und Past-Präsident NorbertWittmann vomLions-Club Goldene Straße eine Spende von 5000 Euro an Diakonie-Vorstand Diakon Karl Rühl. „Wir wollen damit die Ausstattung des Demenzgartens im umgebauten und erweiterten Wohnheim unterstützen“,betonte Sparrer. Möglich wurde die Spende durch die Tombola des Lions-Clubs beim diesjährigen Weidener Bürgerfests.Der neue Gartenmit 400 Quadratmeter Fläche wurde eigens für demenziell erkrankte Menschen mit speziellem Betreuungsbedarf geschaffen. Er grenzt unmittelbar an das Wohnheim an und ist auch von dortaus zu betreten. Durchseine Aufteilung ist er überschaubar, bietet Geborgenheit und Möglichkeiten zu gemeinsamer Betätigung oder zum Rückzug.

„ImSindersberger gut leben“

Juli 3rd, 2018

Zwei Jahre wurde geplant, drei Jahre gebaut. Mit einem großen Fest wird im „Eleonore Sindersberger“ Einweihung gefeiert. Dabei fehlt es nicht an Prominenz.

Weiden. (sbü) Zwei Anlässe und eine gemeinsame Feier: Die Einweihungsfeier für das umgebaute und erweiterte Seniorenwohnheim Eleonore Sindersberger wird mit dem Fest der Kirchengemeinde St. Michael zusammengelegt. Das eigens für die Feierlichkeiten errichtete Festzelt reichte bei Weitem nicht aus, um allen Besuchern Platz zu bieten.

Das umfangreiche Programm begann mit einem gemeinsamen Fest-und Familiengottesdienst. Aus Nürnberg war Diakoniepräsident Pfarrer Michael Bammessel gekommen, um die Festpredigt zu halten. Immer wieder war in der Predigt von Vertrauen die Rede. Viele Menschen hätten Angst vor einer stationären Pflege, stellte Bammessel fest, meinte aber: „Diese Angst halte ich für falsch.“ Vielmehr sollten die Menschen „darauf vertrauen, dass man auch an diesem Ort gut leben kann“.

Unter Hinweis auf die Sindersberger-Arche und das dortige palliative Milieu ergänzte der Diakoniepräsident: „Man kann hier auch Abschied nehmen.“ Laut Bammessel hat dieses Modell Pilotcharakter für ganz Bayern, denn „wir können nicht überall Hospizeschaffen“.

Eröffnet wurde die Feier durch Dekan Wenrich Slenczka. Er bat, „das ,Eleonore Sindersberger’ neu anzunehmen“. Es bringe Geborgenheit,„auch weil Christus mit im Boot ist“. Für Slenczka ist es „wunderbar, wenn man im Alter etwas Neues beginnen darf“. Diakonie-Vorstand Diakon Karl Rühl führte anschließend durch das Programm und begleitete auch Lieder mit der E-Gitarre.

In einem Kurzvortrag über die Namensgeberin Eleonore Sindersberger stellte sich Stadtrat Rainer Sindersberger zunächst als „Mitglied der ärmeren Sindersberger-Linie“ vor. Die Ahnenforschung habe ergeben, dass sich schon im Jahre1518, also zu Lebzeiten Martin Luthers, eine katholische und eine evangelische Sindersberger-Linie gebildet hätten. Später, imJahre1965, überschrieben die Schwestern Babette und Eleonore Sindersberger das große Areal an der Friedrich-Ebert-Straße der evangelischen Kirche.

Viel Lob für das erweiterte Seniorenheim und ihre Bauherren kam von den Grußwortrednern. „Diakon Rühl war als Bauleiter sensationell“, sagte Bürgermeister Lothar Höher als Vertreter des Verwaltungsrats der Diakonie. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hob hervor, dass Pflege im erweiterten Heim jetzt noch exakter „je nach Grad der körperlichen Einschränkung erfolgen kann“. Für Landtagsabgeordnete Annette Karl kann mit den neuen Räumen „grandios den Ängsten vor einem Heimaufenthalt entgegengewirkt werden“. Pfarrer Markus Schmid von St. Josefbedankte sich für „ein gutes Miteinander beider Kirchen“. Immer wieder wurde in den Ansprachen zu Spenden für die Arche aufgerufen. Eine Gewinnverlosung soll Anreiz geben. Religiöse Spielszenen und Lieder trugen Dorothee Rühl, Religionspädagogin Evelyn Krähe und Geronto-Fachkraft Gerlinde Kledtke vor.

Heimbeiratsvorsitzende Anneliese Hein rezitierte ein selbst verfasstes Gedicht. Musikalisch wurde die Feierstunde begleitet von Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser und dem Bläserkreis St. Michael. Marktstände, Führungen und Aufführungen bis in den späten Nachmittag rundeten den Tag ab.

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 03.07.2018

Tief ins Vergessenabgetaucht

Juni 30th, 2018

Gisela Nohl thematisiert mit „D.a.S Theater“ im Sindersberger-Seniorenheim Demenzerkrankungen

Weiden. (sbü) Am Ende des 90-minütigen Theaterstücks von Joop Admiral, „Du bist meine Mutter“, vergingen mehrere Sekunden, bis Schauspielerin Gisela Nohl ihren verdienten Beifall bekam. Tiefe Betroffenheit war zunächst im Zuschauerraum zu spüren. Fast alle Erscheinungsformen der Demenzkrankheit waren im Schauspiel in beeindruckender Realität zu erleben.

Der Theaterabend war Auftakt der dreitägigen Feierlichkeiten zur Eröffnung des umgebauten und erweiterten Senioren- und Pflegeheims Eleonore Sindersberger. Diakonie-Vorstand Diakon Karl Rühl begrüßte die Besucher im Festzelt. Im Einpersonenstück des Kölner „D.a.S.Theater“ wechselte die Darstellerin ständig zwischen der Rolle der Tochter Hanna und ihrer demenz- und parkinsonkranken Mutter.

Mimik, Körperhaltung und Sprache mussten dauernd geändert werden. Schauspielerisch eine riesige Herausforderung, die souverän gemeistert wurde. Angehörige von Demenzkranken konnten viele Sätze wiedererkennen, die sie selbst immer wieder hören müssen. „Wo bin ich?“, fragt die 86-jährige Mutter mehrmals, obwohl sie schon seit drei Jahren in dieser Umgebung lebt. Geduldig bekommt sie die Antworten, auf die prompt der Vorwurf folgt: „Warum sagt mir das niemand?“ Erinnerungsfetzen aus der Vergangenheit („Metha hat Tabletten genommen“) wiederholen sich mehrfach auf die unterschiedlichsten Stichworte der Unterhaltung. Gefragt wird nach Personen, die entweder gestorben sind oder seit Jahrzehnten nicht mehr in der Umgebung der Kranken auftauchten. Kleidungsstücke werden nicht wiedererkannt.

Tragikomisch wirkt es, wenn die Mutter zur 59-jährigen Tochter sagt „du bist aber gewachsen“ und sich selbst für „50 oder 40“hält. Die Mitbewohner werden bedauert „die sind arm dran“ , und die Tochter wird diesen bei jedem Besuch neu vorgestellt. Dass jedoch manchmal auch Momente gedanklicher Klarheit vorkommen, gehört ebenso zum realistisch dargestellten Krankheitsbild.
Ganz groß wurde die Verwirrung der Kranken im Theaterstücknach dem Sturz aus dem Bett und der Einlieferung ins Krankenhaus. Der letzte Satz im Schauspielfällt dort und heißt, „ich will nicht mehr“. Regie führte Bernd Rieser. Laut Diakon Rühl soll zukünftig zweimal im Jahr im „Sindersberger“ Theater gespielt werden.

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 30.06.2018

Lions-Spende nach großerTombola

Juni 27th, 2018

Weiden. DerLions-Club Goldene Straße meldet vollen Erfolg. Zehn Minuten vorZiehung der Gewinner wurde das letzte der 2000 Lose am Bürgerfeststand verkauft. So darfsich das Eleonore-Sindersberger-Altenheim über einen Zuschuss von5000 Euro für seinen Demenz-Garten freuen. Sabine Märtin machte in ihrem Löwen-Kostüm vehement auf die Losverkäufer aufmerksam und nebenher viele Kinder glücklich. Diezukünftige Präsidentin, Kornelia Sparrer,hatte ihren Laden voll im Griff, und die zahlreichen ehrenamtlichen Lions-Helfer versorgten die Besucher mit Köstlichkeiten. DerErlös dieses Verkaufs geht an die Seenotrettungsorganisation „Sea Eye“ aus Regensburg. „Man kann über die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung als auch der gesamten EU geteilter Meinung sein, aber uns geht es einzig und alleine um die Menschen, denen aus einer lebensbedrohlichen Lage geholfen werden muss“, so Sparrer.

Wer seinen Gewinn nicht direkt mitgenommen hat, kann den Preis in der Altstadt-Apotheke in Weiden in Empfang nehmen. Der erste Preis, ein E-Bike der Firma Ghost im Wert von2500 Euro, geht an die Losnummer 991. Eine dreitägige Berlinfahrt, gestiftet von Bundestagsabgeordnetem Albert Rupprecht, gewann das Los 437, ein Abonnement im Injoy-Fitnessclub geht an das Los 1509. Alle weiteren Gewinne unter www.lions-goldene-strasse.de

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 27.06.2018

Flötenladies im Altenheim

Juni 21st, 2018

Den Senioren im Eleonore Sindersberger servierten die Weidener Flötenladies,unter Leitung der Kirchenmusikerin Annemarie Scholz, ein ganz besonderes musikalisches Tagesmenü. Heike Hübner geleitete durch die Speisekarte und brühte mit der „Flötenuhr“ gekochte Eier. Bald rief der Gong zum Mittagessen und alle sangen „Ich wollt ich wär’ ein Huhn“. Einige entschieden sich dann aber für das Gericht „Die launige Forelle“. Der feine Duft nach orientalischen Gewürzen zieht bei den Liedern aus Israel, „Havanagila hava“ und „Shalom chavarim“, durch die Gänge. Heimbeiratsvorsitzende Anneliese Hein bedankte sich bei den Musikerinnen Kathrin Müller-Schwemin, Heike Goedecke,Karin Schraml und Luise Slenczka. Mila Stojan überreichte ein Geschenk. (exb)

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 21.06.2018

ANGEBOTE FÜR ALTEMENSCHEN

Juni 15th, 2018

Weiden. (ps) Tatsache ist: Die meisten Menschen sind heute nicht mehr so fit, wenn sie ins Alten- und Pflegeheim kommen. Mit dem Wochenplan für aktive Senioren ist für die geistig und/oder körperlich fitten Bewohner im Wohnheim Eleonore Sindersberger einiges geboten: Von der täglichen Zeitungsrunde mit Ehrenamtlichen über die Erinnerungsrunde, Muskelaufbautraining, Bewegungsspiele und Kegeln bis zum Café Sahnehäubchen am Donnerstag und dem Gottesdienst am Sonntag.

139 Plätze bietet die Einrichtung nach dem Ende der Umbaumaßnahme. „Die Grundausstattung der Zimmer kann –bis auf das Pflegebett –durch eigene Möbel ersetzt werden“, erklärt Heimleiter Wolfgang Reuther, schränkt aber ein: „So weit es rein passt. Besser ist es, sich auf die wichtigsten Stücke zu fokussieren, wie beispielsweise den Lieblingssessel und die geliebte Kommode.“ Reuther ist froh, dass die über dreijährige Umbauphase und der damit verbundene Lärm– bis auf die Gartenarbeiten –nun beendet sind. „Die 21 neuen Plätze wer-den jetzt nach und nach belegt“, erklärt Verwaltungskraft Elfriede Stoppe. „Das nächste Zimmer erhält eine Frau, die sich bereits 1991 angemeldet hat, aber jetzt erst einziehen will. Sie steht auf unserer Liste natürlich ganz oben.“ Allen Interessierten legt sie ans Herz, noch vordem Einzug eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung abzuschließen. „Damit wir wissen, wer zum Beispiel bei einem Sturz des Bewohners die Entscheidungsbefugnis hat.“ Reuthers Rat an Senioren, die später mal in ein Altenheim wollen: „Schauen Sie sich rechtzeitig um, um zu wissen, wo Siehinwollen. Damit das später nicht einmal Ihre Angehörigen entscheiden müssen.“

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 15.06.2018

Kraftakt ist geschultert

Juni 15th, 2018

Mehr als drei Jahrelang wurde abgerissen, gemauert und umgebaut. Zwölf Millionen Euro hat die Diakonie investiert –nun ist der Bau fertig. Nicht nur den Namen, auch das gesamte Konzept hat das Wohnheim Eleonore Sindersberger weiterentwickelt.

Weiden. (sbü) Viele Heimbewohner mussten für den Umbau verlegt werden, was für alte Menschen besonders belastend ist. Doch jetzt ist die Diakonie Weiden als Bauträger und Eigentümer des Senioren- und Pflegeheims an der Friedrich-Ebertstraße auf der Zielgerade. Zukünftig heißt die Anlage nur noch Eleonore-Sindersberger. Mit der Namensänderung geht eine Anpassung des gesamten Konzepts einher.

Wohnheimträger und Heimleitung haben jetzt über die Einzelheiten informiert. „Menschen suchen immer später im Leben Hilfe in einem Alten- und Pflegeheim“, stellt Diakon Karl Rühl, Vorstand und Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, fest. Noch vor wenigen Jahren hätten 30 Prozent „Rüstige“ im Heim gelebt, heute seien es gerade noch fünf. Der Um-und Erweiterungsbau habe diese Veränderung berücksichtigt. Deshalb wurde für demenziell-erkrankte Menschen mit speziellem Betreuungsbedarf ein rund 400 Quadratmeter großer Demenzgarten errichtet. In geschützter Umgebung bietet diese Anlage Geborgenheit, aber auch Möglichkeiten für Aktivitäten.

Arche für den letzten Weg

Schwerstpflegebedürftige und diejenigen, die laut Rühl „ihren letzten Weggehen“, finden Aufnahme in der Sindersberger Arche .Dort gibt es „ein palliatives Milieu“ sowie die „Kultur eines Hospizes“. Spendengelder werden hierfür noch unter dem Motto „200 Freunde gesucht“ benötigt. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde die Kapazität des Heims erweitert und trotzdem in vielen Räumen mehr Platz geschaffen. „Aus drei Zimmern sind zwei geworden“, berichtet Rühl. Es gebe jetzt 130 belegbare Plätze bei einer Höchstkapazität von 139. 90 Prozent seien Einzelzimmer. 21 Zimmer sowie einzelne Wohnungen des Bereichs betreutes Wohnen könnten derzeit neu belegt werden, bestätigt der Einrichtungsleiter Diakon Wolfgang Reuther.

Alleine für die Aufstockung der Heimplätze seien drei Millionen Euro ausgegeben worden. Das Konzept wird ergänzt durch Kurzzeitpflege-plätze und eventuell zukünftig Nachtpflegeplätze. Unter dem Namen „Quartierkonzept“ gibt es auch die Möglichkeit für alte Menschen, sich am „Marktplatz“ zu versammeln oder am Essen teilzunehmen. Von einem „Kraftakt für alle Beteiligten“ spricht Heimbeiratsvorsitzende Anneliese Hein.

Trotz „Dreck und Lärm“ hätte es keinerlei Einschränkungen im Betreuungsprogramm gegeben. Im 12 000 Quadratmeter großen Gelände wurde auch der Seniorenpark neu gestaltet, der auch für Gäste offen ist. „Bewegungspunkte“ mit seniorengerechten Geräten sind geplant. An „Kunststationen“ sollen Objekte der Bewohner sowie Projekte der Gymnasien ausgestellt werden. Auch für die Parkanlage werden noch Spenden benötigt. Kritik an einer negativen öffentlichen Diskussion über Heime übt Rühl, wenn er feststellt: „Wir investieren 12 Millionen und in der Öffentlichkeit werden die Häuser schlecht geredet“.

Feier und Führungen

Der Abschluss der Umbauphase wird von28. Juni bis 1. Juli gefeiert. Die Öffentlichkeit ist dazu eingeladen. Das Programm beginnt am Donners-tag, 28. Juni, ab 19.30 Uhr mit dem Theater „Du bist meine Mutter“. Am Freitag um 19.30 Uhr ist das „Fest der Diakonie“ und das Oldie-Konzert „Lower Market Rock ’n’ Rollis King!“.
Am Sonntag, 1. Juli, ist gleichzeitig das Gemeindefest von St. Michael. Ab 10 Uhr ist ein Familiengottes-dienst mit Diakonie-Präsident Pfarrer Michael Bammesel. Es gibt Führungen durch die Räume, Stände und viel Programm.

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe 15.06.2018

Die große Unbekannte

Juni 15th, 2018

Bild [M]: logoboom-stock.adobe.com

Weiden. (mte) Ihr Name ist auch nachdem großen, drei Jahre währenden Umbau(Seite25) weiter untrennbar mit dem Altenheim der Diakonie an der Friedrich-Ebert-Straße verbunden: Eleonore Sindersberger. Aber wie sah die Seifenhändlerin aus, die einst 85 Prozent der Bausumme für das 1967 eröffnete Heim gespendet hatte? Ein Bild von ihr gibt es scheinbar nicht. Nicht in den Alben der Familie, nicht in den Händen der Diakonie, nicht in alten Zeitungsveröffentlichungen –und auch nicht im großen Fundus des Stadtarchivs. „Wir haben sogar sämtliche Personalausweisanträge durchgeschaut“, sagt Stadtarchivarin Petra Vorsatz. Fehlanzeige. Deshalb braucht es Ihre Hilfe: Wer hat ein Bild von Eleonore Sindersberger, die am 18.2.1896 geboren wurde, am Unteren Markt 3 eine Seifenhandlung betrieben hat und am10.3.1962 gestorben ist? Bitte melden Sie sich in der Redaktion unter der Telefonnummer 0961/85-423 oder via E-Mail an redws@oberpfalzmedien.de. Das Foto käme bei den Einweihungsfeierlichkeiten des Altenheims Ende Juni und auch darüber hinaus groß raus. Das jedenfalls verspricht die Diakonie. Auch das Stadtarchiv hat großes Interesse daran.

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 15.06.2018

„Hier lässt es sich sehr gut leben“

Juni 7th, 2018

Der Weg ins Seniorenheim fällt vielen älteren Menschen schwer. Steffi Achtert nicht. Die 80-Jährige ist froh, dass sie diesen Schritt gewagt hat. Sie fühlt sich im Altenheim pudelwohl. Von Jutta Porsche

Weiden. Dabei kam dieser Umzug relativ überraschend. Denn 2014 hatte Steffi Achtert ihre Zelte in der Max-Reger-Stadt abgebrochen. Ihr Mann war 2008 gestorben, die Kinder Doris und Wolfgang längst erwachsen, also zog sie zu ihrem neuen Lebensgefährten nach Baden-Württemberg. „Er ist ein wunderbarer Mensch“, versichert die zartgliedrige ältere Dame. Doch Anfang dieses Jahres erkrankte der Lebensgefährte, musste ins Krankenhaus, dann auf Reha. Die 80-Jährige war in Baden-Württemberg auf sich allein gestellt, und das obwohl sie schwer herzkrank ist. Ein Zustand, den ihre Kinder nicht hinnehmen wollten.

„Wir mussten in kurzer Zeit eine Regelung finden“, erklärt Wolfgang Achtert (49). Zunächst ging es nur um eine Kurzzeitpflege.Und weil die Mutter früher, als sie noch jung und fit war, schon ehrenamtlich im Eleonore-Sindersberger-Seniorenheim gearbeitet hatte, „wollten wir unbedingt dieses Heim“. Zunächst holte die bei München lebende Tochter ihre Mutter zu sich. Am 5. März klappte es dann mit dem Kurzzeitpflegeplatz. Steffi Achtert war zurück in ihrer gewohnten Umgebung, sie fühlte sich wohl. Deshalb traf sie die Entscheidung, im Pflegeheim zu bleiben.

„Vom gesundheitlichen Aspekt her war nur diese Entscheidung möglich“, meint ihr Sohn Wolfgang im Rückblick. 2017 hatte seine Mutter mehrere Krankenhausaufenthalte wegen ihrer schweren Herzerkrankung. Doch angesichts des hohen Ri-die bei München lebende Tochter ihre Mutter zu sich. Am 5. Märzklappte es dann mit dem Kurzzeitpflegeplatz. Steffi Achtert war zurück in ihrer gewohnten Umgebung, sie fühlte sich wohl. Deshalb traf sie die Entscheidung, im Pflegeheim zu bleiben.

„Vom gesundheitlichen Aspekt her war nur diese Entscheidung möglich“, meint ihr Sohn Wolfgang im Rückblick. 2017 hatte seine Mutter mehrere Krankenhausaufenthalte wegen ihrer schweren Herzerkrankung. Doch angesichts des hohen Risikos rieten die Ärzte von einer Operation ab. Die 80-Jährige benötigt also eine engmaschige Überwachung und Pflege. „In der Symbiose mit ihrem Lebensgefährten ist das gegangen“, so der Sohn. „Aber sie kann nicht mehr allein oder in einem Haus mit Treppen leben.“

Steffi Achtert hatte Glück. Auf die Kurzzeitpflege folgten drei Wochen Verhinderungspflege. Am14. April konnte sie dann ein freies Zimmer im Eleonore-Sindersberger-Heim beziehen. Anfang Mai wurde das gewünschte größere Zimmer bezugsfertig. Ihre Kinder holten die Möbel aus Baden-Württemberg. Jetzt fühlt sich die 80-Jährige in ihrem neuen Zuhause rundum wohl. Sieschwärmt von ihrem Balkon mit Blick ins Grüne: „Schauen Sie doch mal, diese Aussicht.“ Demnächst will sie ihre Balkonkästen bepflanzen.

Bis auf Pflegebett und Nachtkästchen –die dürfen nicht ersetzt werden –hat sie ihre eigenen Möbel mitgebracht. Drei goldene Engel lugen von der Schrankwand herunter. Rosen, Orchideen und Accessoires in Rosé, der Lieblingsfarbe von Steffi Achtert, zieren Fensterbrett und Kommode. Auf dem obersten Bord der Schrankwand thront die mehrbändige Kulturgeschichte der Menschheit von Durant neben vielen anderen Büchern.

„Ich bin geblieben, weil ich es so fantastisch gefunden habe, wie ich hier betreut und gepflegt wurde“, schwärmt die 80-Jährige. Das Personal vermittelt ihr volle Sicherheit. Sohn Wolfgang, er ist Kriminalbeamter in Weiden, spricht von einem Rundum-sorglos-Paket mit All Inclusive. „Sie hat keine Belastung mehr, muss sich um nichts mehr kümmern. “Weder um Kochen, noch um Geschirrspülen oder Putzen. Wenn sie zum Essen gehen will, geht Steffi Achtert runter, wenn nicht, kommt es aufs Zimmer.

Von den Aktionsangeboten im Heim hat sie bisher nur wenige wahrgenommen. Nach den Krankenhausaufenthalten im vergangenen Jahr genießt sie es jetzt erst mal, dass sie keine Termine wahrnehmen muss. „Ich brauche viel Ruhe.“ Aber auch die sozialen Kontakte der Mitbegründerin des Weidener Seniorenkreises „Spätlese“ sind aufgelebt, seitdem sie wieder in der Max-Reger-Stadt wohnt. „Ich habe einige Freundinnen, die zu Besuch kommen, mich in die Stadt oder in den Park begleiten. Demnächst holen sie mich zu einem Gartenfest ab.“

Für Wolfgang Achtert, seine Frau Katharina und deren Söhne Johannes und Nikolas ist die Mutter beziehungsweise Oma wieder in greifbare Nähe gerückt, so dass sie sich wieder besser um sie kümmern können. Auch Tochter Doris (54) und Enkelin Hannah halten engen Kontakt. Für Steffi Achtert steht fest: „Es ist prima so wie es jetzt ist. Es lässt sich hier sehr gut leben.“

Quelle: Der neue Tag, Printausgabe vom 07.06.2018

15 000 Euro für Arche-Hospiz

Juni 20th, 2017

Weiden. (kzr) Mit einem großen Scheck kamen Vorsitzende Christl Bock vom evangelischen Frauenbund und ihre Stellvertreterin Sieglinde Flittner. Sie wollen das neu eingerichtete Modellprojekt unterstützen, das in Teilen schon sehr gut läuft. In der „Sindersberger-Arche“ mit 13 Plätzen wird schwerstpflegebedürftigen Menschen und jenen, die ihren letzten Weg gehen, Hilfe in allen Dimensionen angeboten. „Es soll ein palliatives Milieu geschaffen werden“, erklärte Diakon Karl Rühl. „Wir versuchen als kirchlicher Träger die Kultur eines Hospizes zu verwirklichen.“ Die Damen erinnerten, dass das Haus in der Luitpoldstraße 7 verkauft wurde. Die Rücklagen für Reparaturen sollen karitativ gespendet werden. Die Höhe der Spende: 15 000 Euro. Einrichtungsleiter Diakon Wolfgang Reuther unterstrich, dass Spenden notwendig sind. Die Sonderpflege für die Arche ist nicht ausfinanziert.