Zurück an alter Wirkungsstätte

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Apr 202012
 

Unter der Leselampe: Bürgermeister Andreas Meier war Zivi im Sindersberger-Altenheim – Berufswunsch Journalist

Weiden. Zurück zu den Wurzeln. So hieß es dieses Mal für Andreas Meier unter der Leselampe des Eleonore Sindersberger-Altenheims. Frau Huber (Gerlinde Kledtke) war sehr gespannt auf den ehemaligen Superzivi, der im Jahre 1998 seinen Zivildienst dort ableistete. Sie wollte unbedingt erfahren, wie man vom einfachen Zivi zum Bürgermeister und stellvertretenden Landrat aufsteigen kann. Ganz offen stellte er sich den Fragen.


 

 

Praktikant beim NT

So erfuhren die Bewohner, dass er eine schöne Kindheit, zusammen mit seinem jüngeren Bruder, in Windischeschenbach verbrachte. Sein Berufswunsch war, Journalist zu werden, entweder bei Zeitung, Rundfunk oder Fernsehen. 2001 verbrachte er ein halbes Jahr als Praktikant beim Neuen Tag in der Außenstelle Neustadt. Dies war Voraussetzung für sein Studium in Bamberg. Allerdings schaffte er nur zwei Jahre, weil dann eine andere Herausforderung auf ihn wartete.

In der langjährigen SPD-Hochburg Windischeschenbach fand sich bei der CSU niemand bereit, sich als Gegenkandidat aufstellen zu lassen. In seinem jugendlichen Leichtsinn sagte Meier: „Wenn’s keiner macht, dann mach’s ich!“ Mit Semmeln stellte er sich den Bürgern persönlich vor. Dies brachte ihm die Stichwahl. Nun zog er erneut los, dieses Mal allerdings mit herzhaften Mitteln im Gepäck. Er prägte den Slogan „Jetzt geht’s um die Wurst“. Und so kam es, dass er seine geliebten T-Shirts gegen einen schwarzen Anzug mit Hemd und Krawatte tauschen musste. Sehr zur Freude seiner Mutter. Als 24-Jähriger zog Meier als jüngster Bürgermeister in das Rathaus ein und bat die Mitarbeiter um ihre Unterstützung. So stellt er sich nun seit zehn Jahren den großen und den kleinen Themen seiner geliebten Stadt, ohne den Blick über den Tellerrand zu verlieren.

 

Feuereifer bei Feuerwehr

Er ist stolz auf seine Mitbürger, die sich gut kennen und die sich gegenseitig helfen. Sein Blick gilt besonders auch der Jugend. Viele Jugendliche wollen sich nicht mehr der Verantwortung in den Vereinen stellen. Er selbst geht daher mit gutem Beispiel voran. Bei Feuerwehreinsätzen ist er mit Eifer dabei und erklärt schmunzelnd, „wenn der das kann,  kann ich das auch“. Sehr gern denkt er an seine Zivizeit bei Hausmeister Rainer Witzsch zurück. Sorgfältig wurde der Gast auf alle Tätigkeiten in Haus und Garten vorbereitet. Jetzt kommt ihm noch vieles zu Gute, was er damals lernte. Das gemeinsame Heim mit seiner Frau Jutta konnte er so selbstständig neu streichen. Über seinen Einfallsreichtum staunten die Senioren nicht schlecht. Die standesamtliche Trauung fand an Silvester statt. So gibt es jedes Jahr zum Hochzeitstag ein kostenloses Feuerwerk. Ganz klar, dass Meier mit der Putzperle und den Senioren noch einen zündenden Tanz auf das Parkett legte. Heimleiter Bernd Hensel und Frau Huber bedankten sich für den netten Besuch an der „alten Wirkungsstätte“.

 

Quelle: Der neue Tag www.oberpflatznetz.de

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Kinderkrippe auch am Samstag

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Apr 182012
 

SPD rät Diakonie mit ungewöhnlichem Konzept Stadt für Krippenbau zu begeistern

Weiden. (mte) Die Diakonie lässt nicht locker: Eine Krippe, die auch samstags geöffnet hat? Das wäre neu in Weiden. Und hat vielleicht gerade deshalb eine Chance. Da sind sich SPD-Fraktionschef Roland Richter und Sozialpädagogin bei der Diakonie, Dagmar Deutschländer, einig. Womöglich reicht auch eine verlängerte Öffnung wochentags bis 18 Uhr, um die Stadt nach drei vergeblichen Anläufen doch noch von der Notwendigkeit eines Krippenbaus in St. Michael zu überzeugen? Die Arbeit an einem etwas anderen Konzept jedenfalls laufen an.

 

Parallel zu den Bemühungen um erste Kostenschätzungen für die nötige Aufstockung des Gebäudes in der Friedrich-Ebert-Straße. Darüber verständigten sich seitens der Diakonie Hans-Jürgen Mehlan, Dekan Wenrich Slenczka, Kindergartenleiterin Anke Brunner und die SPD-Abordnung mit den Stadträten Josef Gebhardt, Gabriele Laurich, Brigitte Schwarz und eben Richter bei einem Treffen am Montagabend im Kindergarten.

„Bei den Öffnungszeiten könnten wir erweitern“, meint Kindergartenleiterin Anke Brunner. „Pauschalzusagen aber können wir nicht machen“, bittet Mehlan von der Verwaltungsstelle des Dekanats um Verständnis. Auch deshalb will Gebhardt „irgendwie, vielleicht mit einem Aufruf in der Presse oder bei der Gleichstellungsbeauftragten der Agentur für Arbeit“ abklären, inwiefern Bedarf an einer Samstagsbetreuung besteht.

Apropos Bedarf: Aktuell haben sich acht Kinder bei Anke Brunner für einen Krippenplatz vormerken lassen. Maximal 12 bilden eine Krippen- Gruppe. 96 Kinder besuchen derzeit den einzigen Kindergarten der Stadt unter evangelischer Trägerschaft. „Wir sind eine große Einrichtung. Und als solche kann man uns doch nicht aussparen, einen Übergang von Krippe zu Kindergarten anzubieten“, argumentiert Dekan Slenczka.

Für ein Jahr hat die Stadt den Antrag auf den Bau einer Kinderkrippe zurückgestellt. So viel Zeit aber bleibt nicht. Sonst versiegen Fördertöpfe, warnt Mehlan. Zum Beispiel der von der Regierung der Oberpfalz, aus dem bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten für einen Krippenbau abzuschöpfen wären. Entsprechend schnell will sich die SPD-Fraktion kundig machen und helfen.

Bezeichnet Richter den Ausbau der Krippenplätze doch als „politisches Leitziel der Partei“. Auch wenn sich seit 2007 die Krippenplätze in der Stadt verdreifacht haben. „Damit entstand ein enormes Kostenbündel. Für neue Krippen wird’s deshalb nun schwieriger.“ Bedarf bestehe aber wohl, sind sich Diakonievertreter und SPD-Politiker einig. Meist allerdings erst nach dem ersten Jahr der Eröffnung, weiß Mehlan aus den Erfahrungen mit anderen Einrichtungen im Dekanatsbezirk und spricht von Wartelisten, die dann wie zuletzt in Floß entstünden. Personell überbrückbar wäre eine mögliche Durststrecke bei einer solch großen Einrichtung anfangs auch finanziell, meint der Dekan zuversichtlich. „Und ein gewisses Restrisiko bleibt doch immer.“

In der Vergangenheit hat es sich gelohnt, es zu tragen. Meint Richter doch: „Vor fünf Jahren hat kaum einer geglaubt, dass in Weiden ein Krippenplatzbedarf von über 100 besteht.“ Derzeit sind 119 Plätze belegt. Acht Anfragen gibt es in St. Michael, erinnert Anke Brunner

 

Quelle: Der neue Tag Weiden, www.oberpfalznetz.de

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Zuflucht für 89 Menschen

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Apr 172012
 

Jahresbilanz des Frauenhauses: Zahlen auf hohem Niveau

Weiden. (fku) Vielleicht ist es am besten, sich zunächst von falschen Vorstellungen zu verabschieden: Nein, es trifft nicht nur Frauen aus Arbeiterfamilien, Akademiker sind genauso unter den Opfern – und Tätern. Und nein, das Problem ist nicht nur auf bestimmte Altersgruppen beschränkt. 18-Jährige suchten genauso Hilfe wie Seniorinnen, sagt Marianne Kleber-Meierhöfer. Häusliche Gewalt gibt es überall.

 

Kleber-Meierhöfer versucht mit ihren Mitarbeiterinnen, wenigstens das Schlimmste zu verhindern: Sie ist die Leiterin des Frauenhauses, das nun seine Jahresbilanz vorstellte. 47 Frauen mit 42 Kindern fanden im vergangenen Jahr dort Zuflucht vor körperlicher, aber auch psychischer oder sexueller Gewalt in ihrem eigentlichen Zuhause. Die Zahlen sind etwas niedriger als noch 2010 – damals waren es 54 Frauen und 41 Kinder. Trotzdem sei das Niveau unverändert hoch, so Kleber-Meierhöfer.

 

Dabei sind die Aufnahmezahlen ohnehin nur ein kleiner Ausschnitt der Realität. Die Leiterin zitiert eine Studie, wonach jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt wird. Nur: Solche Zahlen mögen sich dramatisch anhören, ein neues Phänomen sind sie laut Kleber-Meierhöfer indes nicht. „Ich glaube nicht, dass sie gestiegen sind, ich glaube, dass es schon immer so schlimm war.“ Dass es seit einigen Jahren vergleichsweise viele sind, die Hilfe im Frauenhaus suchen, liege vielmehr daran, „dass das Thema nicht mehr das Tabu ist wie noch vor 20 Jahren“. Und mit der Diskussion darüber seien nunmal auch mehr Betroffenen Hilfsangebote wie das Frauenhaus bekannt.

 

Langes Zögern

Dabei dauert es auch heute noch lange bis sie dort Zuflucht suchen. Durchschnittlich, so Kleber-Meierhöfer, halten sie ihre Leiden sieben Jahre lang aus. Manchmal sei es aber auch noch deutlich mehr Zeit – dann seien es auch Seniorinnen, die erst nach 20, 30 Jahren mit einem gewalttätigen Mann zu handeln wagen. Auslöser dafür, endlich etwas zu unternehmen, seien mal massive Verletzungen, häufig planten Frauen diesen Schritt aber auch über lange Zeit hinweg.

Gründe für häusliche Gewalt sind ebenso unterschiedlich. „Oft ist es in der Persönlichkeit des Täters begründet, dass er Macht, Kontrolle ausüben will.“ Manchmal brauche es einen zusätzlichen Auslöser, Stress, hervorgerufen etwa durch Arbeitslosigkeit, Schulden – oder den Umstand, dass Kinder neu in die Beziehung kommen. Vielleicht ist das auch eine Erklärung für eine weitere Auffälligkeit in der Statistik: Viele der 2011 aufgenommenen Frauen – drei Viertel von ihnen – waren Mütter. 22 von ihnen brachten ihre Kinder mit, von denen die Hälfte unter sechs Jahre alt war.

 

42 Prozent der Frauen waren bis zu zwei Wochen in der Einrichtung, rund ein Drittel länger als sechs Wochen. Ähnlich verschieden gestaltete sich die Zeit nach dem Aufenthalt. Während der überwiegende Teil den Schritt in die Unabhängigkeit wagte, zu Verwandten, einem neuen Partner oder in andere Einrichtungen zog, ging immerhin fast jede Fünfte wieder zurück in das frühere Zuhause.

Rückkehr zum Peiniger

Zu den Gründen dafür zählen der Leiterin zufolge mal die Kinder, die sich nach ihrer alten Schule, den Freunden sehnen. Mal sind es die Partner, die beteuern, dass sie sich ändern würden. Die Leiterin und ihre Mitarbeiter sehen das bestenfalls „mit gemischten Gefühlen“. Häufig ändere sich der Partner eben nicht.

Nach einer kurzen, leidlich friedlichen Phase „wird es in der Regel sogar noch schlimmer“. Das zeigt sich auch in der Statistik: Elf der Frauen, die 2011 die Hilfe der Einrichtung in Anspruch nahmen, waren zuvor schon einmal in einem Frauenhaus – viele davon wegen desselben Partners. Noch eine Auffälligkeit findet sich in den Zahlen des Jahresberichts: 20 der Frauen kamen aus anderen Regionen, manchmal auch aus anderen Bundesländern – nicht selten, weil sie aus Sicherheitsgründen weit weg von ihrer alten Heimat regelrecht fliehen mussten. Hinzu kamen 17 Frauen aus Weiden – aus dem Landkreis Neustadt/WN waren es dagegen nur sechs, aus dem Kreis Tirschenreuth nur vier.

 

Stadt-Land-Gefälle

Eine bemerkenswerte Differenz, über „die wir auch schon oft nachgedacht haben“, so Kleber-Meierhöfer. Eine schlüssige Erklärung hätten sie bislang noch nicht gefunden. Klar sei nur, woran es nicht liege: Das Klischee vom friedlicheren Leben auf dem Dorf sei falsch. „Auf dem Land gibt es auf keinen Fall weniger häusliche Gewalt.“ Auch so eine Vorstellung, von der man sich verabschieden muss.

Helfer und Spenden gesucht

Weiden. (fku) Träger des Frauenhauses ist das Diakonische Werk. Die Einrichtung bekommt zwar öffentliche Zuschüsse, ist laut Leiterin Marianne Kleber-Meierhöfer jedoch auch dringend auf Spenden angewiesen. Im vergangenen Jahr ermöglichten beispielsweise „Lichtblicke Tirschenreuth“ und die Stadt Weiden die Erneuerung der Außenspielanlage. Spendenmittel von „Inner Wheel“ und „Adventslicht“ halfen bei der Finanzierung eines Kunstherapie-Projekts für die Kinder der betreuten Frauen. Trotz solcher Unterstützung hat die Einrichtung weiter Bedarf; so muss beispielsweise der Parkettboden dringend überholt werden.  

Spenden an das
Diakonische Werk Weiden e.V.,
Evangelische Kreditgenossenschaft Nürnberg,

Bankleitzahl 520 604 10,

Konto 260 80 14,

Verwendungszweck: Frauenhaus.

Daneben ist das Frauenhaus auch auf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen angewiesen. 22 sind es aktuell, die unter anderem die Rufbereitschaft rund um die Uhr ermöglichen und bei verschiedenen Aktivitäten helfen. Auch hier sucht das Frauenhaus weitere Unterstützer (Telefon 0961/389 31 70).

 

Umfassende Hilfe

Weiden. (fku) Drei hauptamtliche Fachkräfte und eine Bürgerarbeiterin kümmern sich im Frauenhaus um Hilfesuchende. Eine harte Arbeit – denn zum einen haben die Belegungszahlen die geplante Auslastung überschritten. Zum anderen müssen sie Frauen (und deren Kinder) in einer extrem schwierigen Situation umfangreich unterstützen. Die Aufarbeitung des Geschehenen und die Überwindung der Gewalt ist beispielsweise genauso Thema wie beispielsweise die Existenzsicherung der Frauen, Erziehungsfragen oder erste Schritte auf dem Weg in die (wirtschaftliche) Unabhängigkeit der Betroffenen. Frauen, die selbst Hilfe brauchen, können das Frauenhaus rund um die Uhr erreichen: Telefon 0961/389 31 70.

Quelle: Der neue Tag, www.oberpfalznetz.de 

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Steuererklärung leicht gemacht

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Apr 162012
 

Im Diakoniezentrum informierte Markus Friedrich, der Leiter des Arbeitsförderungszentrums, über das selbstständige Ausfüllen der Einkommenssteuererklärung. Die Kosten einer fachmännischen Beratung übertreffen oftmals die Höhe der möglichen Rückerstattung durch das Finanzamt, zumal bei niedrigen Verdiensten manchmal gar keine Einkommensteuer fällig wird. Friedrich zeigte die wichtigsten Formulare und versicherte, dass in den meisten Fällen die Einkommensteuererklärung selbst erstellt werden kann.

Dabei konnten die Teilnehmer durch die Beispiele gut nachvollziehen, wie man einen solchen Steuerbogen ausfüllt und was zu beachten ist. Sie konnten bei Unklarheiten gleich nachfragen. Nach gut zwei Stunden waren der Mantelbogen, die Anlage N und die neue Anlage „Vorsorgeaufwand“ besprochen.

Das Arbeitsförderungszentrum als „Beratungsstelle für arbeitslose Menschen“ berät von Arbeitslosigkeit betroffene Frauen und Männer kostenfrei und unabhängig bei psychosozialen oder rechtlichen Frage. Kontakttelefon: 0961-38931-17.

Quelle: Der neue Tag www.oberpfalznetz.de

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„f.i.t.“ für die Integration

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Apr 042012
 

Der Startschuss ist gefallen: Bis Ende 2014 läuft die Initiative „f.i.t.“ zunächst. 56 000 Euro fließen dafür von der Evangelischen Landeskirche nach Weiden und Grafenwöhr. Vorgestellt wurde das Gemeinschaftsprojekt von Diakon Karl Rühl, Pfarrer Dr. André Fischer, Dekan Dr. Wenrich Slenczka, Pfarrer Michael Lorenz, den Diakoniebeauftragten Ljudmila Schlehuber und Elisabeth Gottsche sowie von Migrationsbeauftragter Karin Lukes (von rechts). Bild: Huber

 

Diakonie und evangelische Kirche starten Gemeinschaftsprojekt für Menschen mit Migrationshintergrund

Weiden. (ps) Die Evangelische Landeskirche macht’s möglich. Dank ihrer Förderung starten das Diakonische Werk Weiden, die Kirchengemeinde St. Markus und das evangelische Pfarramt Grafenwöhr-Pressath eine gemeinsame Initiative für Menschen mit Migrationshintergrund: „f.i.t.“ – „fördern – initiativ werden – teilhaben“ – lautet das Schlagwort dafür.

Genau genommen hat die Arbeit bereits am 1. März begonnen. Zu diesem Datum wurden Ljudmila Schlehuber (St. Markus, Weiden) und Elisabeth Gottsche (evangelisches Pfarramt Grafenwöhr-Pressath) als Diakoniebeauftragte für dieses Projekt eingestellt. „Sie müssen zunächst die Kirchengemeinde und die Situation im Stadtteil kennenlernen, um entsprechende Initiativen zu entwickeln“, erklärt Diakon Karl Rühl, Vorstand des Diakonischen Werks.

Doch erste Ideen gibt es bereits. Pfarrer Michael Lorenz von St. Markus: „Bei uns zeichnet sich ein Deutschkurs ab, der im Gemeindehaus abgehalten wird.“ Auch eine Gruppe für Kleinkinder ist im Gespräch. Gerade in den letzten Jahren – nach der Sanierung des Stadtteils Stockerhut – sind viele Menschen mit Migrationshintergrund in den Hammerweg gezogen. „Wir möchten sie stärker einbinden. Sie sollen in unserer Gemeinde eine Heimat finden.“ Dabei spielt die Konfessionszugehörigkeit keine Rolle. Das Angebot ist überkonfessionell und kostenlos.

Lotsendienste leisten

Ähnlich ist die Situation in Grafenwöhr. Auch hier lebt ein hoher Anteil von Migranten, vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion. Das Angebot richtet sich aber ebenso an Amerikaner und andere Menschen mit ausländischen Wurzeln. „Mit Migrationshintergrund hat man immer mehr Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden“, weiß Dekan Dr. Wenrich Slenczka. „Ich hab das mal umgekehrt erlebt, als ich in Russland gelebt habe.“

Die Diakoniebeauftragten werden die Betroffenen quasi an der Hand nehmen – Rühl: „Lotsendienste leisten“ – und ihnen so die Integration erleichtern. Das kann die Begleitung bei einem Behördengang sein, der Kontakt zu einem Sportverein, Hilfe bei der Einschulung oder ein gemeinsamer Arbeitsabend. „Das Angebot ist bewusst offen gehalten“, sagt Pfarrer Dr. André Fischer (Kirchengemeinde Grafenwöhr-Pressath). „Die Frage ist, was brauchen die Leute?“ Darauf sollen die Diakoniebeauftragten eingehen. Unterstützt werden sie dabei von der Migrationsbeauftragten Karin Lukes und allen anderen Mitarbeitern des Diakonischen Werks.

Für Diakon Rühl „eine spannende Sache.“ Denn in der täglichen Arbeit kommen die Gespräche zwischen Diakonie und Kirchengemeinde zu kurz. „Jeder erstickt in seiner eigenen Arbeit. Aber durch die Initiative ,f.i.t.‘ wird die Vernetzung vorangetrieben.“ Eine Steuerungsgruppe – bestehend aus je zwei Vertretern der Diakonie und des Kirchenvorstands – befasst sich vor allem mit dem Thema Wohnen und Zusammenleben vor Ort, um hier Ansatzpunkte zu finden.

Hausbesuche: jederzeit

Die beiden Diakoniebeauftragten sind auch gerne zu Hausbesuchen bereit. Ljudmila Schlehuber spricht übrigens Russisch, so dass Sprachbarrieren kein Thema sind. Interessenten können ihre Sprechstunde – jeweils freitags von 15 bis 17 Uhr – im Gemeindehaus St. Markus aufsuchen oder anrufen unter 0961/33 178. Elisabeth Gottsche ist im Pfarramt Grafenwöhr-Pressath unter der Telefonnummer 09641/2218 erreichbar.

Quelle: Der neue Tag Weiden, 04.04.2012 www.oberpfalznetz.de 

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