Fuchsmühl soll neue Heimat werden

Die ersten sechs Flüchtlingsfamilien mit 34 Personen aus Syrien ziehen ins Kewog-Hochhaus

Fuchsmühl. (jr) Hinter ihnenliegt eine furchtbare Zeit vollerAngst und Qualen. Als sie keinenAusweg mehr in ihrer HeimatSyrien sahen, flüchteten dieFrauen, Männer und Kinder. Zufluchtfinden sie nun in derMarktgemeinde Fuchsmühl. Siesoll ihre neue Heimat werden.

Sechs Familien mit insgesamt 34 Personen, darunter 16 Kinder stehen da am Montagvormittag noch etwas verloren am Eingang des Kewog-Hochhauses. Von der Zentralen Aufnahmestelle in Friedland aus sind sie bereits vergangene Woche nach Wiesau gebracht worden, wo sie für einige Tage in einer Pension gewohnt haben. Am Montag siedeln sie nach Fuchsmühl über.

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Einfach, aber zweckmäßig

Lächelnd zwar, aber zurückhaltend entsteigen sie dem Bus und begutachten ihre neue Heimat. Ein Dolmetscher hilft, dass alle die ihnen zugedachten Wohnungen auch finden. Die Räume sind einfach. Lediglich die Küche ist neu eingebaut worden, ansonsten stehen Etagenbetten zum Schlafen bereit. Dazu noch ein Tisch fürs Wohnzimmer und ein komplett eingerichtetes Bad. „Wir haben alles zweckmäßig eingerichtet“, sagt Franz Brunner, der im Auftrag der Regierung der Oberpfalz beim Einzug dabei ist. 90 bis 120 Quadratmeter groß sind die Wohnungen, aber noch nicht besonders behaglich. „Das sollen die Familien selber machen“, sagt Brunner.

Anders als Asylbewerber erhalten die Kriegs-Flüchtlinge ab sofort Hartz-IV, dazu noch Kindergeld. „Davon können und sollen sie sich einrichten.“ Bei Heimleiter Ulrich Merdan laufen alle Fäden zusammen. Wie lange die Leute hier bleiben, vermag er auch nicht zu sagen. Sie haben ihr Land nicht freiwillig verlassen, würden lieber heute als morgen wieder heimkehren, wenn es die Situation erlaubt.

Von Beginn an mit dabei ist Migrationsberaterin Karin Lukes (Diakonie Weiden). Liebevoll kümmert sie sich um die Syrer, knüpft gleich erste Kontakte und verscheucht etwaige Berührungsängste. In drei bis vier Wochen schon soll ein sechsmonatiger Deutschkurs für die Gäste starten. Die Kinder können ab sofort den Kindergarten in Fuchsmühl und die Schule in Wiesau besuchen. „Mit den Kindern kommen die Leute zusammen“, hofft sie auf schnelle Freundschaften der Familien zur heimischen Bevölkerung. „Wichtig ist, dass die Sprachbarrieren schnellstmöglich abgebaut werden.“

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Offizielle Begrüßung

Wie Franz Brunner erzählt, hat die Bundesrepublik bisher 10 000 Flüchtlinge aus dem ihr zugeteilten Kontingent übernommen. Diese werden anteilsmäßig auf die Bundesländer verteilt. Am Mittwoch wird Bürgermeister Wolfgang Braun die Neu-Bürger offiziell in Fuchsmühl begrüßen und ihnen die Marktgemeinde näher bringen.

 

Quelle: Der neue Tag www.oberpfalznetz.de

Juni 24th, 2014 by