„Kommen Sie zu uns ins Rathaus“

Bürgermeister Wolfgang Braun heißt Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien willkommen

Fuchsmühl. (hd) „Echte Integration ist uns wichtig“, versichert der Fuchsmühler Bürgermeister, als er am Mittwoch sechs Flüchtlingsfamilien aus Syrien willkommen heißt. „Wer Hilfe braucht, kann sich jederzeit an uns wenden. Kommen Sie einfach ins Rathaus.“ Keine leeren Worte. Gleich nach seinem Besuch in der Unterkunft am Buchäckerweg nimmt Wolfgang Braun die Familienväter mit ins Rathaus.

mig20140605

Mitgebracht hat Braun einen Lageplan, auf dem auch der Fuchsmühler Dorfladen markiert ist. Hier gebe es zahlreiche Lebensmittel und „was man sonst zum Leben braucht“. Bei seinem Besuch im Kewog-Hochhaus verteilt der Bürgermeister an die Kinder auch kleine Geschenke: Steinwald-Memory-Spiele. Kurz stellt er die Gemeinde mit 1800 Einwohnern vor, bedauert aber: „Leider haben wir die Schule nicht mehr am Ort.“ Ein Bus bringe die Kinder nach Wiesau.

„Wir müssen schauen, dass die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien rasch die Schule besuchen können“, drängt Migrationsberaterin Karin Lukes von der Diakonie Weiden. „Und die Erwachsenen müssen möglichst schnell mit Sprachunterricht starten.“ Hier hakt Bürgermeister Braun sofort ein. Für den Sprachunterricht könne die Gemeinde einen Raum im Rathaus zur Verfügung stellen.

mig20140605_1

Überhaupt stehe das Rathaus allen offen. „Wenn was fehlt, kommen Sie zu mir“, unterstreicht der Bürgermeister mehrfach. „Wenn es irgendwo brennt, kommen Sie. Wir schalten uns da gerne ein. Wir wollen das regeln.“

Hilfe bietet auch Pfarrer Varghese Kanjamala vom Vinzentiner-Kloster Fuchsmühl an. Herzlich begrüßt er die über 30 Flüchtlinge, die unter anderem aus Aleppo und Damaskus kommen – darunter Ingenieure, ein Lehrer, ein Elektrotechniker und ein

Kontakte knüpfen

Beim Besuch in der Asylbewerberunterkunft kommt aus den Reihen der sechs Flüchtlingsfamilien auch die Frage nach Spielmöglichkeiten. Der Fuchsmühler Bürgermeister verspricht: „Wir kümmern uns darum.“ Auch verweist er auf eine Fläche nahe beim Rathaus. Hier könne man prima Fußball spielen. Karin Lukes nickt zufrieden: „Das ist gut.“ Denn da bekämen die Kinder Kontakt zu gleichaltrigen Einheimischen.

„Wo bekommen wir günstig Fahrräder oder Möbel?“ Wolfgang Braun empfiehlt: „Machen Sie eine Liste, was Sie brauchen. Wir binden uns dann in die Organisation ein.“ Der Bürgermeister freut sich dabei, dass mindestens zwei Wochen lang ein Dolmetscher vor Ort ist.

Viele Formulare

„Kommen Sie doch gleich mit hoch zum Rathaus“, lädt Wolfgang Braun Familienväter, Dolmetscher und Migrationsberaterin ein. „Dann bekommen Sie einen Eindruck von Fuchsmühl.“ In der Gemeindeverwaltung geht’s dann ans Formulare-Ausfüllen. Dies sei Voraussetzung, dass die Banken dann in den nächsten Tagen die zustehenden Unterstützungen auszahlen dürften, erläutert Braun. Bis dahin gibt’s im Rathaus ein Startkapital: 150 Euro pro Erwachsenem und 100 Euro pro Kind.

Rücksicht nehmen

Wolfgang Braun verabschiedet sich nicht ohne einen Appell: „Wenden Sie sich bei Problemen gleich an uns. Ich kann am Wochenende gerne auch mal bei Ihnen vorbeikommen. Ich wohne nicht weit entfernt.“ Die Anwohner bittet der Bürgermeister um Verständnis, weil nun etwas mehr Kinder als gewohnt hier leben. Für Flüchtlingsfamilien und Einheimische gelte: „Es muss eben jeder etwas Rücksicht nehmen.“

Quelle: Der neue Tag www.oberpfalznetz.de

 

Juni 24th, 2014 by