„f.i.t.“ für die Integration

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Apr 042012
 

Der Startschuss ist gefallen: Bis Ende 2014 läuft die Initiative „f.i.t.“ zunächst. 56 000 Euro fließen dafür von der Evangelischen Landeskirche nach Weiden und Grafenwöhr. Vorgestellt wurde das Gemeinschaftsprojekt von Diakon Karl Rühl, Pfarrer Dr. André Fischer, Dekan Dr. Wenrich Slenczka, Pfarrer Michael Lorenz, den Diakoniebeauftragten Ljudmila Schlehuber und Elisabeth Gottsche sowie von Migrationsbeauftragter Karin Lukes (von rechts). Bild: Huber

 

Diakonie und evangelische Kirche starten Gemeinschaftsprojekt für Menschen mit Migrationshintergrund

Weiden. (ps) Die Evangelische Landeskirche macht’s möglich. Dank ihrer Förderung starten das Diakonische Werk Weiden, die Kirchengemeinde St. Markus und das evangelische Pfarramt Grafenwöhr-Pressath eine gemeinsame Initiative für Menschen mit Migrationshintergrund: „f.i.t.“ – „fördern – initiativ werden – teilhaben“ – lautet das Schlagwort dafür.

Genau genommen hat die Arbeit bereits am 1. März begonnen. Zu diesem Datum wurden Ljudmila Schlehuber (St. Markus, Weiden) und Elisabeth Gottsche (evangelisches Pfarramt Grafenwöhr-Pressath) als Diakoniebeauftragte für dieses Projekt eingestellt. „Sie müssen zunächst die Kirchengemeinde und die Situation im Stadtteil kennenlernen, um entsprechende Initiativen zu entwickeln“, erklärt Diakon Karl Rühl, Vorstand des Diakonischen Werks.

Doch erste Ideen gibt es bereits. Pfarrer Michael Lorenz von St. Markus: „Bei uns zeichnet sich ein Deutschkurs ab, der im Gemeindehaus abgehalten wird.“ Auch eine Gruppe für Kleinkinder ist im Gespräch. Gerade in den letzten Jahren – nach der Sanierung des Stadtteils Stockerhut – sind viele Menschen mit Migrationshintergrund in den Hammerweg gezogen. „Wir möchten sie stärker einbinden. Sie sollen in unserer Gemeinde eine Heimat finden.“ Dabei spielt die Konfessionszugehörigkeit keine Rolle. Das Angebot ist überkonfessionell und kostenlos.

Lotsendienste leisten

Ähnlich ist die Situation in Grafenwöhr. Auch hier lebt ein hoher Anteil von Migranten, vor allem aus der ehemaligen Sowjetunion. Das Angebot richtet sich aber ebenso an Amerikaner und andere Menschen mit ausländischen Wurzeln. „Mit Migrationshintergrund hat man immer mehr Schwierigkeiten, sich zurechtzufinden“, weiß Dekan Dr. Wenrich Slenczka. „Ich hab das mal umgekehrt erlebt, als ich in Russland gelebt habe.“

Die Diakoniebeauftragten werden die Betroffenen quasi an der Hand nehmen – Rühl: „Lotsendienste leisten“ – und ihnen so die Integration erleichtern. Das kann die Begleitung bei einem Behördengang sein, der Kontakt zu einem Sportverein, Hilfe bei der Einschulung oder ein gemeinsamer Arbeitsabend. „Das Angebot ist bewusst offen gehalten“, sagt Pfarrer Dr. André Fischer (Kirchengemeinde Grafenwöhr-Pressath). „Die Frage ist, was brauchen die Leute?“ Darauf sollen die Diakoniebeauftragten eingehen. Unterstützt werden sie dabei von der Migrationsbeauftragten Karin Lukes und allen anderen Mitarbeitern des Diakonischen Werks.

Für Diakon Rühl „eine spannende Sache.“ Denn in der täglichen Arbeit kommen die Gespräche zwischen Diakonie und Kirchengemeinde zu kurz. „Jeder erstickt in seiner eigenen Arbeit. Aber durch die Initiative ,f.i.t.‘ wird die Vernetzung vorangetrieben.“ Eine Steuerungsgruppe – bestehend aus je zwei Vertretern der Diakonie und des Kirchenvorstands – befasst sich vor allem mit dem Thema Wohnen und Zusammenleben vor Ort, um hier Ansatzpunkte zu finden.

Hausbesuche: jederzeit

Die beiden Diakoniebeauftragten sind auch gerne zu Hausbesuchen bereit. Ljudmila Schlehuber spricht übrigens Russisch, so dass Sprachbarrieren kein Thema sind. Interessenten können ihre Sprechstunde – jeweils freitags von 15 bis 17 Uhr – im Gemeindehaus St. Markus aufsuchen oder anrufen unter 0961/33 178. Elisabeth Gottsche ist im Pfarramt Grafenwöhr-Pressath unter der Telefonnummer 09641/2218 erreichbar.

Quelle: Der neue Tag Weiden, 04.04.2012 www.oberpfalznetz.de 

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