Kirche kommt zu den Menschen

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Dez 122019
 

In den evangelischen Gemeinden Floß und Wildenreuth startete die Diakonie Weiden das Projekt „Aufsuchende Seelsorge“. Vier Jahr lang soll die seelsorgerische und diakonische Gemeindearbeit gefördert werden.

Ab sofort bis Herbst 2023 führen die evangelischen Kirchengemeinden Floß und Wildenreuth sowie der Diakonieverein Floß das diakonische Projekt „Aufsuchende Seelsorge“ unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Weiden durch.

Der Vorsitzende der Diakonie Weiden, Diakon Karl Rühl, ging auf die Ausgangsfrage dieses Projekts ein. „Was benötigen die evangelischen Kirchengemeinden in ihrer dörflichen Struktur an seelsorgerlichen und diakonischen Vorhaltungen? Was ist aus diakonischer Sicht möglich, um die Struktur zu stärken und die Menschen vor Ort, in ihrer gewohnten Struktur, zu begleiten?“

Viel erreicht

Antworten kamen unter anderem in den Sondierungsgesprächen beispielsweise aus Erzählungen über das Wirken von früheren Gemeindeschwestern. „Diese haben mit wenig Mitteln viel erreicht“, stellte Rühl fest. „All das, was wir heute mit modernen Begriffen, wie Case Management beschreiben, ging bei einer Gemeindeschwester ganz selbstverständlich einher und man hatte nicht den Eindruck, obwohl die Not groß war, dass unsere Gemeindeschwester ein Motivations- oder Geldproblem hatte.“ Der Wildenreuther Pfarrer Manuel Sauer betonte dabei den besonderen Auftrag. „Kirche muss bei den Menschen sein und auch im Alltag der Menschen erlebbar werden.“ Weiter sagte er: „Wir wollen mehr. Mehr für die Menschen da sein.“

Eigenständig leben

Der Vorstand der Diakonie Weiden und die Gemeindevertreter haben sich einstimmig auf eine Projektkonzeption verständigt, die eine aufsuchende, helfende, einladende und angebotsorientierte seelsorgerlich/diakonische Gemeindearbeit fördert. Dabei soll es vor allem auch hilfsbedürftigen und älteren Menschen ermöglicht werden, weiterhin eigenständig in ihrer dörflichen Umgebung zu leben.

Neben dem persönlichen begleitenden Kontakt, sollen aber auch Hilfsfelder erkannt werden und über das Individuelle hinaus, in Zusammenarbeit mit der Diakonie, weitere Maßnahmen bedacht und organisiert werden. Stichworte waren unter anderem Fahrdienste, Tagestreffen, offener Mittagstisch, Wohngruppe, Betreuungsleistungen, Babysitterdienst und Kursangebote. „Wir reden in unserer Kirche von der sogenannten ‚Geh-Struktur‘, so Pfarrer Wilfried Römischer aus Floß. „Die Kirche kommt ins Haus. Ich glaube, das kann auch den umgekehrten Weg fördern.“ Nach seinen Worten habe eine aufsuchende Kirche eine kommende Gemeinde.

Die Evangelische Landeskirche in Bayern unterstützt die zwei neuen Projekte und erhofft sich modellhafte Ergebnisse für weitere Überlegungen. Die Förderung hänge auch an der Zusammenarbeit von Kirchengemeinde und Diakonischem Werk. „Ich finde es schön, dass aus den eigenen Reihen der Kirchengemeinden fachlich qualifizierte Personen für die praktische Umsetzung des Projektes gewonnen werden konnten“, betonte Dagmar Deutschländer von der Bezirksstellenarbeit der Diakonie Weiden. Für das Projekt in Floß steht Erika Römischer-Thamm. „Die Stellenbeschreibung hat mich sofort angesprochen. Ich habe selbst bei meiner eigenen Mutter erlebt, wie erdrückend Alleinsein sein kann. Gerne lerne ich Menschen kennen, habe Zeit für das Gespräch, gerade auch in Krisensituationen, wie Krankheit, Trauer oder Sorgen. Alles bleibt bei mir!“ In der evangelischen Kirchengemeinde Wildenreuth konnte für das Projekt Bärbel Ehmann gewonnen werden. Sie ist auch Fachkraft in der Pflege und Betreuung. „Der persönliche Kontakt zu den Menschen liegt mir sehr am Herzen“, so Ehmann. „Gerne besuche ich, ich denke und handle praktisch und bin gerne in der Kirchengemeinde unterwegs“.

https://www.onetz.de/oberpfalz/wildenreuth-erbendorf/kirche-kommt-menschen-id2918320.html

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„Häusliche Gewalt aktiv ächten“

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Dez 082019
 

Ein klares Zeichen wollen sie setzen: Die CSU-Politiker Benjamin Zeitler und Lothar Höher besuchen das Weidener Frauenhaus.

Das Aufgabenspektrum des Diakonischen Werkes Weiden ist vielfältig. Davon überzeugten sich nun Oberbürgermeisterkandidat Benjamin Zeitler und Bürgermeister Lothar Höher. Im Vordergrund des Besuchs standen das Frauenhaus und die Absicht, ein klares Zeichen gegen häusliche Gewalt zu setzen.

Geschäftsführender Vorstand Karl Rühl gab zunächst einen Überblick über die Entwicklung des Frauenhauses, das 1996 gegründet worden war. Dabei verdeutlichte er, dass die Diakonie als Träger dieser Einrichtung viele Herausforderungen zu meistern habe, und bemängelte, dass es für investive Maßnahmen derzeit keine Zuschüsse gebe. Zwar sei man mit den staatlichen Stellen im Gespräch. Allerdings sei nicht klar, ob eine Unterstützung aus dieser Richtung möglich sei.

Die Leiterin des Frauenhauses, Enikö Nagy, berichtete mit ihrer Mitarbeiterin Tina Braun über den Alltag im Frauenhaus und über die immer noch weitverbreitete häusliche Gewalt. „Jede vierte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Betroffen sind Frauen aus allen sozialen Schichten“, berichtet Nagy. Diese Zahl dürfe eine aufgeklärte Gesellschaft nicht akzeptieren. Deshalb betreibt das Frauenhaus intensive Öffentlichkeitsarbeit, um die Menschen zu sensibilisieren.

Neben dieser Vortrags- und Informationsarbeit kümmere sie sich im Wesentlichen selbst um Frauen, die keinen anderen Ausweg als die Flucht von zu Hause kannten. Ihnen liege am Herzen, dass die Frauen wieder ihren Weg zurück in ein normales Leben fänden. Insgesamt könnten sieben Erwachsene und zwölf Kinder aufgenommen werden. Tatsächlich sei das Haus meist auch voll belegt, was die Problematik der häuslichen Gewalt unterstreiche.

Für Bezirkstagsvizepräsident Höher spielte die Vernetzung der einzelnen Akteure eine wichtige Rolle. Auch der Bezirk Oberpfalz trage mit seinen Einrichtungen in Wöllershof und Weiden dazu bei. Zeitler hielt es für wichtig, dass häusliche Gewalt aktiv geächtet werde. „Für Gewalt gibt es nie eine Rechtfertigung, das gilt insbesondere für zu Hause.“ Im Kampf gegen die häusliche Gewalt müssten alle Verantwortlichen in staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen eng zusammenarbeiten. Die politischen Gäste sagten hierfür, wie auch für die Arbeit des Frauenhauses, weiterhin ihre Unterstützung zu.

https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/haeusliche-gewalt-aktiv-aechten-id2917512.html

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Nov 262019
 

Die Diakonie eröffnete in der Friedrich-Ebert-Straße 37 ihre Tagespflege „In d’Wein“. Dekan Wenrich Slenczka und Stadtpfarrer Markus Schmidt segneten die Sozialstation für Pflege, Therapie und Verwaltung.
von Helmut Kunz

Mit viel Prominenz weiht die Diakonie die neue Tagespflege „In d’Wein“ ein.
Bild: Kunz

Dabei wurden auch die beiden Leiterinnen der Tagespflege, Beate Östreich und Ulrike Nachreiner, in ihren Dienst eingeführt. Beide hatten sich vorher schon bei der Planung und Umsetzung eingebracht, betonte Diakonievorstand Karl Rühl. Er dankte auch der langjährigen Pflegeleiterin Angelika Zürcher und ihren Stellvertreterinnen Marianne Stelzl und Diakonin Monika Ihlefeld.

60 hauptamtliche Mitarbeiter hätten nun eine neue Wirkungsstätte. Der Vorsitzende der Diakoniemitarbeitervertretung, Hans-Joachim Grajer, würdigte den Neuanfang. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zeigte sich von Vielfalt, Größe, Gestaltung und den Möglichkeiten der Räume beeindruckt.

Bezirkstagsvizepräsident und Diakonie-Verwaltungsrat Lothar Höher betonte die hohe Sinnhaftigkeit von „In d’Wein“ und der Sozialstation für das soziale Leben für Weiden und Umland. Auf berührende Weise sagte die 94-jährige Anneliese Hein: Sie habe nicht erwartet, so schöne Räume und so viele Bereithaltungen für ein erfülltes Alltagsleben vorzufinden. Sie habe ein feines Mitarbeiterteam kennengelernt und erkenne hier viele Möglichkeiten, die Fähigkeiten im Alter zu erhalten und zu verbessern.

Zum vorhandenen Fuhrpark wurden zwei Busse, einer davon mit Hebebühne für Rollstuhlfahrer, angeschafft, damit jeder von seiner Wohnung abgeholt und zurückgebracht werden kann. Auch diese Kosten werden über die Pflegeversicherung abgerechnet. Nach den Feierlichkeiten war die Tagespflege für interessierte Besucher geöffnet.

Pflegende Angehörige sollten entlastet werden und Gäste mit unterschiedlichem Hilfsbedarf einen gemeinsamen sinnerfüllten Alltag erleben. Dafür stünden Mitmachküche, Werkraum, therapeutische und gesellige Zusammenhänge zur Verfügung. Für das leibliche Wohl sei immer bestens gesorgt. „Ja, da habe ich gleich mein Essen auf Rädern abbestellt, da wir ja hier selber kochen oder vom Eleonore Sindersberger versorgt werden“, sagte ein Gast. So sei das auch gedacht, räumte Rühl ein. Die Sozialstation hat geöffnet Montag bis Freitag von 8 bis 16.30 Uhr sowie bei Bedarf Samstagvormittag.

Quelle: https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/diakonie-eroeffnet-tagespflege-id2907542.html

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„Rosen statt Veilchen“ in Weidener Fußgängerzone

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Nov 252019
 

146 Fälle von häuslicher Gewalt hat die Polizei heuer bereits registriert. Mit einer besonderen Aktion beleuchten das Weidener Frauenhaus und die Polizei auf das Thema hin.

Zum „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am Montag setzten Frauenhaus und Polizei ein Zeichen der Solidarität mit Betroffenen. Auf dem Weidener Marktplatz verteilten die Aktionshelfer dazu lila Papierblumen an Passanten. Motto: „Rosen statt Veilchen“.

Bereits im Vorfeld waren Bürger dazu aufgerufen, Rosen zu basteln, die sich am Montag zu einem Gemeinschaftskunstwerk verbanden. Wie die Leiterin des Frauenhauses, Enikö Nagy, betonte, ist häusliche Gewalt in all ihren Formen ein zentrales Problem. Etwa 45 Frauen und die selbe Anzahl an Kindern suchen jedes Jahr Zuflucht in der Einrichtung. Die Dauer der Hilfeleistung erstreckt sich von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Ziel sei es, die Leben der Betroffenen zu stabilisieren. Dazu werde neben juristischer Hilfe auch solche bei der Wohnungs- und Jobsuche angeboten. Laut Polizei wurden heuer bisher 146 Fälle häuslicher Gewalt angezeigt. Polizeihauptkomissar Jürgen Haubner lobte die langjährige Zusammenarbeit mit dem Weidener Frauenhaus.

https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/rosen-statt-veilchen-weidener-fussgaengerzone-id2907063.html

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Vom Ehrenamtskoordinator zum Integrationslotsen

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Nov 222019
 
Manfred Weiß (sitzend, Mitte) ist neuer Integrationslotse. Bild: Bühner

Weiden. (sbü) Seit vier Jahren bemüht sich Manfred Weiß als Ehrenamtskoordinator beim Diakonischen Werk um die Koordination der Flüchtlingshilfe und damit um die Integration von Flüchtlingen. Jedes Jahr mussten dafür immer wieder neue Finanzierungsquellen für diese wichtige Arbeit erschlossen werden.

Ein Förderungsprogramm des Freistaats Bayern schafft die Voraussetzung, die Tätigkeit auf neuer Basis fortzusetzen. „Es geht weiter“, freute sich Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier. Die Aufgabe des Integrationslotsen liege vor allem an den Schnittstellen zwischen Ehrenamt und Hauptamt und zwischen freier Wohlfahrtspflege und kommunalem Sozialwesen, betonte Hohlmeier. In der Anfangszeit ging es bei den Zuwanderern vor allem um die Grundversorgung, jetzt mehr um die Integration in Arbeit und das tägliche Leben. Die Bewilligung der Fördermittel für das laufende Jahr liegt bereits vor, sehr gute Aussichten bestehen für 2020.

Manfred Weiß konnte deshalb jetzt als neuer Integrationslotse für Flüchtlinge und für ehrenamtliche Helfer vorgestellt werden. „Es freut mich sehr, dass ich meine bisherige Arbeit fortsetzen kann“, sagte Weiß. Je eher und mehr Geflüchtete unterstützt werden könnten, desto mehr profitiere die Gesellschaft davon. Dazu bemerkte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß: „Ohne die vielen freiwilligen Helfer wären besonders die Jahre 2015 und 2016 nicht so geordnet und ohne schwerwiegende Reibungsverluste abgelaufen.“ Bei diesen Aufgaben müsse man allerdings
langfristig denken.

Wie bisher wird der neue Integrationslotse beim Diakonischen Werk seine berufliche Heimat haben. Karl Rühl stellte als Diakonie-Vorstand dazu fest: „Der Ehrenamtskoordinator ist über das Ehrenamt hinaus zu betrachten gewesen und war Schnittstellenhersteller zwischen Kommune, Kirchengemeinden, Arbeitskreis Asyl und weiteren Organisationen.“ Die Diakonie habe einen Großteil der bisherigen Kosten aus Eigenmitteln eingebracht und werde auch in den nächsten zwei Jahren 20000 Euro dafür einsetzen.

Rühl lobte die Zusammenarbeit in den Anfangsjahren mit dem damaligen Rechts-und Sozialdezernenten Hermann Hubmann und Jugendamtsleiterin Bärbel Otto. Dass auch das Handlungsfeld Bildung zum Aufgabengebiet zählt, betonte Bildungsmanagerin Julia Lenhart.

Quelle: Der neue Tag, Ausgabe vom 22.11.2019

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Herzstücke des Hauses

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Nov 222019
 

Diakonievorstand ehrt Mitarbeiter für langjähriges Engagement

Die Verantwortlichen des Michaelszentrums ehren langjährige und engagierte Mitarbeiter.
Bild: Kunz

Weiden. (uz) Diakon Karl Rühl ehrte als Diakonievorstand treue und motivierte Mitarbeiter des Michaelszentrums. Besonders hervorgehoben wurde die Pflegedienstleitung von Sonja Rummler, die er als das Herzstück des Hauses bezeichnete. Sie wirke unermüdlich, sowohl in fachlicher wie menschlicher Hinsicht und achte stets auf das seelische Wohlbefinden der Bewohner.

Für 20-jährige Treue wurden Ewa Hutsch und Elke Richter ausgezeichnet. Für zehn Jahre Danuta Bubak, Anja Felenda und Nina Hutzler. Dafür gab es einen Blumenstrauß, die Ankündigung von Sonderurlaub und eine Urkunde des Diakonie-Präsidenten.

Gewürdigt wurde auch die Leistung des Gerontoteams und der Beschäftigung, unter anderem die wertschätzende musische Arbeit des Diplompädagogen Hans Grajer. Diakon Reuther galt große Anerkennung für dessen ordnende und fachliche Vorgehensweise.

Gemeinsam mit SPD-Stadtrat Horst Fuchs und Stadtratskanditatin Anke Reiss wurden die Küchenchefs Max Heuer und Franz Wirth gelobt. Mit einer ökumenischen Andacht mit Pfarrerin Edith Lang und Stadtpfarrer Gerhard Pausch feierte das Michaelszentrum außerdem 15-Jähriges. Bürgermeister Jens Meyer erinnerte an die schwierigen Anfänge. In der Kapelle präsentierte Fotograf Peter Klein eindrucksvolle Bilder über das Leben im Michaelszentrum. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von „Chicks an’ Escapades“.

Quelle: Der neue Tag Ausgabe 22.11.2019

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Zum Internationalen Tag am 25. November: Aktiv gegen Gewalt an Frauen

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Nov 152019
 

Was haben die Prinzengarde Pleystein, der Frauenbund Neunkirchen und Augustinus-Gymnasiasten gemeinsam? Sie alle beteiligen sich am Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und werden dafür kreativ.
von Jutta Porsche

Rosa Rosen drucken die Schüler des Augustinus-Gymnasiums auf eine Stoffbahn, mit der sie sich an der Aktion „Rosen statt Veilchen“ beteiligen und gegen Gewalt an Frauen einsetzen.
Bild: Gabi Schönberger

Die Prinzengarde Pleystein hat 1000 lila Papierrosen gebastelt, der Frauenbund Neunkirchen eine große Stoffbahn gestaltet, die im Schaufenster des Eine-Welt-Ladens zu sehen ist, und Augustinus-Schüler bedrucken ihren Teil der 40-Meter-Stoff-Leinwand mit rosa Rosen. Sie wird am Montag, 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, am Unteren Markt aufgehängt.

„Wir werden den Mauermann-Brunnen damit verhüllen und dürfen die Stoffbahnen auch in die Bäume hängen“, kündigt Enikö Nagy, Leiterin des Weidener Frauenhauses, an. Die Einrichtung hat die Aktivitäten gemeinsam mit der Interventionsstelle der Diakonie, dem Verein Dornrose, der Polizei und den Gleichstellungsstellen aus Weiden und dem Landkreis Neustadt ins Rollen gebracht. Und das tut dringend not, meinen Nagy und ihre MitstreiterInnen.

Jede vierte Frau ist betroffen

Denn: „Noch immer ist in Deutschland jede vierte Frau im Alter von 16 bis 85 Jahren von häuslicher Gewalt betroffen“, verweist Nagy auf entsprechende Studien. Dabei kommt diese Art von Gewalt in allen Bildungs- und Einkommensschichten vor, betrifft alle Nationalitäten, Religionen und Kulturen. Dabei sei häusliche Gewalt besonders belastend und verletzend, weil sie an einem Ort stattfinde, der eigentlich Schutz und Geborgenheit bieten solle. „Häusliche Gewalt ist verletzend, strafbar und keine Privatangelegenheit“, betont Nagy.

Die Akteure in Weiden wollen die Bevölkerung entsprechend aufrütteln. Dabei ist der Titel der Aktion nicht frei von Ironie: „Rosen statt Veilchen“. Unter diesem Motto haben sich bereits zahlreiche Organisationen an den Vorbereitungen beteiligt. Die Frauenbünde aus Rothenstadt, Neunkirchen, Herz Jesu, St. Johannes, aus Luhe, Pirk, Schlammersdorf, Oberbibrach und Speinshart haben Teile des geplanten 40 Meter langen Gemeinschaftskunstwerks gestaltet. Daran beteiligt sind außerdem sechs Klassen des Augustinus-Gymnasiums, die Tafel Vohenstrauß, der Verein Dornrose, das Frauenhaus sowie die Organisation „Lebendige Kommunikation mit Frauen in ihren Kulturen e.V.“, eine Nichtregierungsorganisation gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Jeder kann selbst kreativ werden

Wer will, kann sich aber auch auf einem Infostand des Frauenhauses am Kathreinmarkt in Weiden (24. November) auf dem Kunstwerk verewigen oder selbst Rosen basteln und diese dann zum Aktionstag am 25. November, von 10 bis 16 Uhr, auf den Unteren Markt mitbringen.

Auf dem Kirchweihmarkt in Vohenstrauß Ende Oktober war das Frauenhaus bereits mit einem Infostand vertreten und sammelte positive Erfahrungen. „Die Resonanz war super“, berichtet Enikö Nagy. „Wir sind mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen, haben rund 80 Rosen verschenkt und etwa 100 Buttons.“

Papierrosen, Flyer und Buttons zum Mitnehmen stehen auch bei den Volks- und Raiffeisenbanken in Johannis- und Peuerlstraße, in Eschenbach, Pressath, Schlammersdorf, Schirmitz und Kastl für die Bürger bereit, außerdem in der Paracelsus-Apotheke, der Apotheke am Klinikum, bei Sonna-Haushaltswaren, dem Eine-Welt-Laden, der Tankstelle Deglmann, dem Haus Laurentius in Eschenbach und der Physiotherapie Dietrich in Eschenbach. Übrigens: Wer will, kann für die Rosen auch eine kleine Spende geben, die für die Arbeit des Frauenhauses verwendet wird.

Quelle: https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/internationalen-tag-25-november-aktiv-gegen-gewalt-frauen-id2898945.html

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Zuschuss für Integrationslotsen

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Okt 012019
 

Weiden. (ps) Der Förderantrag ist bewilligt. Das bayerische Innenministerium gab am Freitag bekannt, dass die Stelle des Integrationslotsen in Weiden mit bis zu 60 000 Euro bezuschusst wird. Seit 2015 ist Manfred Weiß unter dem Dach des Diakonischen Werks Weiden als Ehrenamtskoordinator tätig, betreut Flüchtlinge und koordiniert die Arbeit im Netzwerk Asyl. Da die bisherige Förderung jetzt im September endet, beschloss der Sozialhilfeausschuss, sich um Fördermittel beim Innen- und Integrationsministerium zu bemühen und Weiß als Integrationslotsen zu ernennen. Die Rechnung ging auf. Laut Landtagsabgeordnetem Stephan Oetzinger gibt es in Bayern aktuell in 84 Kommunen Lotsen. „Ihre Aufgabe ist es, rund um Integration und Asyl zu unterstützen, zu informieren und bedarfsgerecht zu schulen.“

Quelle: Der neue Tag 28.09.2019

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Selbsthilfegruppen präsentieren sich in Neustadt/WN

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Sep 302019
 

„Jetzt gehen Sie mal auf dem weißen Strich.“ – „Welcher Strich von beiden?“ Mit einer „Rauschbrille“ hat man plötzlich 1,5 Promille im Gesicht und sieht doppelt. Der Kreuzbund warnt damit beim Selbsthilfetag vor dem „Teufel Alkohol“.

Die Selbsthilfegruppen der Region haben in der Neustädter Stadthalle erstmals ihren großen Auftritt. Der von der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz (www.seko-nopf.de) organisierte Selbsthilfetag zeigt, welche Bandbreite an Anlaufstellen es für Menschen mit Behinderungen gibt, für Menschen, die krankheitsbedingt mit Einschränkungen leben müssen, oder solche, die sich wie die Kreuzbündler von einer Droge fernhalten wollen und sich damit leichter tun, wenn sie sich einmal die Woche mit ihresgleichen austauschen können.

„Wir alle sind Selbsthilfe, und Selbsthilfe verbindet“ ruft Ramona Kriegler den Gästen zu. Sie hat zusammen mit Nicole Zeitler die Veranstaltung organisiert; beide betreuen die Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz bei der Diakonie Weiden, die eine als Pädagogin, die andere als Verwaltungsangestellte.

„Gesellschaft wäre ärmer“

Landrat Andreas Meier dankt als Schirmherr der Veranstaltung den vielen Ehrenamtlichen für deren „Zeit-Opfern“. Wenn es nicht Menschen gäbe, die sich für andere engagierten, wäre diese Gesellschaft um so vieles ärmer. „Ich glaube, dass Sie sehr vielen Menschen sehr viel Positives bringen“, sagt er. Meier erinnert an den Markenbildungsprozess des Landkreises „Denk mal NEW“, in dessen Verlauf sich nach Umfragen und Interviews gezeigt habe, dass die Lebensqualität zu einem hohen Prozentsatz abhängig davon sei, inwieweit man sich aufgehoben und eingebunden fühle in eine Gemeinschaft, und genau das sei sehr eng verbunden mit ehrenamtlichem Engagement.

Bürgermeister Rupert Troppmann will den Hintergrunddienst der Ehrenamtlichen einmal bewusst ins Rampenlicht gestellt sehen. „In unserer so modernen Zeit, in der Industrie 4.0 und der Kommunikation 4.0 gerät das persönliche Miteinander manchmal auf 0.0“, sagt er. Beeindruckend sei der Zusammenhalt der Selbsthilfegruppen, die Lebensfreude in diesen Gruppen. Wann immer er als Bürgermeister mit einer Selbsthilfegruppe zu tun habe, gehe er gestärkt wieder fort. Und auf gut Oberpfälzisch meint er: „Däi hom alle an Beckl und hom trotzdem so vül Freude am Lebn.“ Das sei es, das den Geist der Selbsthilfegruppen ausmache und darum sei deren Arbeit so wertvoll. Die Stadt sei in der glücklichen Lage, sehr viele Selbsthilfegruppen zu haben.

Den Alltag erleichtern

Die verschiedenen Selbsthilfegruppen erläutern an Infoständen ihre Arbeit, Mitglieder beschreiben Interessierten den Gruppenalltag. Es gibt in der Region für nahezu jeden „Beckl“, um den Bürgermeister zu zitieren, eine Gruppe von Menschen, die alle dieselben Probleme haben. Eine Gruppe, in der es sich leichter erzählen lässt, was man erträgt, weil die anderen ganz genau wissen, wovon man spricht. In der immer wieder einer etwas Neues weiß, was den Alltag ein klein wenig erleichtert.

Zum Rahmenprogramm des Selbsthilfetages gehören prominent besetzte Vorträge. Reinhard Stummreiter, der einst dicke Trommler der Altneihauser Feierwehrkapell ́n, liest aus seinem Buch „Meine fetten Jahre sind vorbei“, die Wissenschaftsjournalistin Dr. Christina Berndt spricht über Resilienz, die Paraolympionikin Christine Stöckl über die Möglichkeiten, sich neu zu motivieren. Dazwischen macht die Band „Chicks and Escapades“ Musik.

https://www.onetz.de/oberpfalz/neustadt-waldnaab/selbsthilfegruppen-praesentieren-neustadt-wn-id2856114.html

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