Category: Diakonie Weiden

August 21st, 2012 by admin

Weiden. Pünktlich zu Beginn des Sommerfestes des Eleonore-Sindersberger-Altenheims strahlten nicht nur die Bewohner, sondern auch die Sonne. So konnte Heimleiter Bernd Hensel rund 120 Gäste im Garten auf eine Reise nach Russland mitnehmen. Ganz entsprechend des Jahresthemas „Begegnungen“ begaben sich „Putzperle Huber“ (Gerlinde Kledtke) und ihr Sohn „Fonse“ (Tina Meyer) dorthin. Was sie dort alles erlebten und wem sie alles begegneten, erzählten sie ausführlich den Besuchern. Das Größte aber war die Begegnung mit der Gruppe „Kalinka“ (im Bild) vom Verein Neue Zeiten. Die Damen der Gruppen verzauberten mit ihren ausdrucksstarken Stimmen und ihren

prächtigen Gewändern. Mal melancholisch (Liebeslied), mal heiter (Leben im Dorf) brachten sie die Kultur ihres Landes nahe. Die Senioren

lauschten und klatschten begeistert mit, so dass es auch für die Akteure eine Freude war. Sie beschlossen, auf jeden Fall wieder bei den Bewohnern vorbeizuschauen. Nach einer geforderten Zugabe dankten „Frau Huber und Fonse“ der tollen Gruppe mit kleinen Geschenken.

 

Quelle: Der neue Tag, www.oberpfalznetz.de

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August 21st, 2012 by admin

Weiden. (afl) Nach dem Schulabschluss stehen viele Schüler vor der gleichen Frage. Und was jetzt? Gleich ins Berufsleben oder weiter lernen an einer Universität? Der Wehrdienst erleichterte bisher vielen die Entscheidung und verschaffte ein weiteres Jahr Bedenkzeit, ebenso der Zivildienst.

 

Nach Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes trat an deren Stelle der Bundesfreiwilligendienst, kurz BFD, ein. Der Wehrdienst besteht auf freiwilliger Basis. Die Freiwilligen, die den BFD leisten, nennt man Bufdi. Dieser Dienst ist nicht nur in den sozialen Bereichen, sondern auch im Bereich von Umwelt- und Naturschutz, Sport, Integration, Kultur und Denkmalpflege, Bildung sowie im Zivil- und Katastrophenschutz machbar. In Weiden sind ebenfalls einige Bufdis vertreten.

 

Abends fertig

Jeremias Kaiser hat sich im September 2011 für ein freiwilliges soziales Jahr bei der Weidener Diakonie entschieden. Damit überbrückte er die Zeit zwischen Abitur und Studium, nutzte dies als Bedenkzeit. „Ich wollte einfach mal was anderes machen, raus aus dem Lernstress. Hier habe ich einen festen Arbeitsrhythmus und wenn ich abends heim komme, bin ich fertig.“ Diesen Ausgleich fand Kaiser beim Diakonischen Werk. Sein vielseitiger Alltag war von Verwaltungs- und Hausmeistertätigkeiten und Betreuungsaufgaben geprägt. Dabei konnte er sich den Tagesablauf selbstständig strukturieren. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten kam ihm

die Diakonie mit Vertrauen entgegen.

 

 

Der Umgang mit den älteren und hilfsbedürftigen Menschen hat ihm geholfen, in der Rolle des „Helden“ seine Erfahrungen zu sammeln und auch Schicksale von Menschen mitzuerleben. Dabei kam der zwischenmenschliche Bereich jedoch nicht zu kurz. Der Umgang mit den Kollegen und die Arbeit im Team waren die Ergänzung zu seinem Alltag als Bufdi.

 

Weniger im Wasser

Daniel Wanninger stammt aus der Ära, in der die Wehrpflicht noch vorhanden war. Jedoch sagte ihm der Wehrdienst nicht zu und er entschloss sich, ein „Freiwilliges soziales Jahr“ (kurz FSJ) zu machen. Mit der Einführung des Bundesfreiwilligendienstes begann seine Tätigkeit nicht im FSJ, sondern beim BFD als Bufdi. Ebenso wie Jeremias Kaiser nutzte auch Wanninger dieses Jahr als Bedenkzeit, um seine Studienrichtung zu suchen und zu finden. Im Oktober beginnt er sein Medizintechnikstudium an der Uni Erlangen. Seinen Dienst als Bufdi leistete er bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Weiden als Rettungsschwimmer und Schwimmtrainer ab. Neben seinen Trainertätigkeiten kamen auch Verwaltungsangelegenheiten auf ihn zu.Trotz regelmäßigem Schwimmunterricht war er als Aufsicht „weniger im Wasser“ als je zuvor. „Das liegt daran, dass man außerhalb des Beckens – je nach Tätigkeit – einen besseren Überblick hat“, so die Meinung von Wanninger. Außer Schwimmaktivitäten zählten auch Veranstaltungen, wie ein Bowlingnachmittag, zum Aufgabenbereich. Passend zu den Olympischen Spielen brachten er und seine Kollegen ein Stück London nach Weiden. Mit einer kleinen Eröffnungsfeier, Kickertunier, Tischtennisspielen und einer Radltour kam Olympiafeeling auf.

 

Kind gerettet

Einmal in seiner Zeit als Rettungsschwimmer musste er ein Kind vor dem Ertrinken retten. „Es ist nicht einfach, in Badeschlappen zu schwimmen.“ Aber sein Einsatz hat sich gelohnt und das Kind konnte gesund und munter nach Hause gehen. Ein weiteres Highlight in seiner Dienstzeit war der Wasserrettungsdienst an der Ostsee. Neben den beiden Bufdis gibt es nicht nur in Weiden viele, die einen BFD machen. Weder Alter, noch Geschlecht, noch Nationalität oder die Schulbildung ist für diesen Dienst von Bedeutung. Wichtig ist, dass die Dienstleistenden ihre Pflichtschulzeit absolviert haben. Die Regeldauer des BFDs beträgt zwölf Monate. Der Umgang mit neuen Erfahrungen und das Kennenlernen von neuen Menschen bereichert den BFD.

 

Quelle: Der neue Tag, www.oberpfalzetz.de

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August 7th, 2012 by admin

Unter diesem Motto stand das diesjährige Sommerfest im St. Michael-Zentrum der Diakonie Weiden und wurde ihm mit Sonne, Urlaubslaune und fröhlicher Stimmung voll gerecht. Nach Eröffnung und Begrüßung durch Heimleiter Herrn Daubenmerkl, begleitete Stammgast Norbert Fiedler (Akkordeon und Gesang) den Nachmittag mit unterhaltsamer Musik.

 

Neben Erfrischungsgetränken ließ man sich, trotz der Hitze, Kaffee und sommerfruchtigen Kuchen aus der hauseigenen „Feinkostbäckerei“ schmecken. Die offenen Zelte boten Schutz vor zuviel Sonneneinstrahlung und des Weiteren sorgten Kneipp´sche Wassergüsse über  Beine und Arme der Festgäste für die notwendige Abkühlung. Manche Bluse wurde unter großem Gelächter für erfrischende „Umschläge“ und natürlich dem Einverständnis ihrer Trägerin, kurzerhand zweckentfremdet.

Ein Planschbecken unter Palmen sorgte zusätzlich für die Abkühlung der unteren Extremitäten,  der dazu passende „Longdrink“ aus der „Strandbar“ für Erfrischung von Innen.  Auf „Aktivurlaub“, wie Wandern und Radfahren, verzichteten die Teilnehmer des Festes, angesichts der hochsommerlichen Temperaturen, wohlweislich und ließen die angeboten Wanderstiefel, Stock und Rucksack, sowie Fahrrad samt Gepäcktaschen, im wahrsten Sinne des Wortes links liegen.

 

Zum ersten und hoffentlich nicht zum letzten Mal dabei, waren die Christlichen Pfadfinder. Sie machten mit Zeltaufbau und Lagerfeuer das Camping-und Pfadfinderleben anschaulich, auch eine Erinnerung und Verbindung der Senioren und Seniorinnen mit  Sommer und Urlaub. Die Kinder und Jugendlichen verteilten, ohne Berührungsängste mit den älteren Mitmenschen, das am Lagerfeuer gebackene Stockbrot und luden Erfrischungswillige ans aufgestellte Planschbecken zum Erholen ein.  

 

 

Unter Hallo und Juchhe der amüsierten Zuschauer und Zuschauerinnen lieferten sich Mitarbeiter/-innen des Sozialteams und der Pflege eine „spritzige Wasserschlacht“, als sie sich mit Gießkannen durch den Garten jagten oder einen unerwarteten Wasserangriff  von hinten „erleiden“  mussten.

Gegen Abend sorgte die Küche, wie sollte es anders sein bei diesem Thema, mit Essen vom Grill und schmackhaften Salaten vom Büffet für das leibliche Wohl.

 

 

„Schön war´s“, hörte man von verschiedenen Seiten, als sich das Sommerfest langsam dem Ende zuneigte und die gesellige Runde auflöste. Schöner hätte auch das dazugehörige Wetter gar nicht sein können und hat damit das Fest perfekt abgerundet.

 

 

Text & Fotos Renate Buchfelder

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Juli 27th, 2012 by admin

Putzperle quetscht Bayern-3-Moderator und Ex-Weidener unter Leselampe im Altenheim aus

 

Weiden. (mte) Schick hat sie sich gemacht, die Frau Huber. Extra für Thorsten Otto, der heute unter die Leselampe im Sindersberger-Altenheim kommt. Als „freches Früchtchen“ im neuen kiwigrünen Kittel will sich ihm die Putzperle (alias Gerontofachkraft Gerlinde Kledtke) präsentieren. Und fragt sich, die vielen Senioren im Publikum sowie einige Gäste, wo der Bayern-3-Moderator und Ex-Weidener nur bleibt. Am Ende reimt sie sich’s zusammen: „Der ist vermutlich ein wenig scheu, sitzt er doch sonst nur im Kabuff.“

 

Von wegen. Längst hat der 48-Jährige den Platz im Radiostudio in München gegen den Zweisitzer im Altenheim getauscht. Dank Beschäftigungstherapeutin Tina Meyer. Sie unterrichtete den Teenager Otto einst als Konfirmand – und lud ihn ein. Spontan sagte der Moderator zu, dem sonntags bei seiner Radiosendung „Stars & Hits“ bis zu 1,5 Millionen Menschen zuhören. Und auch wochentags spitzen bei „Mensch, Otto!“ fast 400 000 die Ohren.

 

Was man im Radio allerdings nicht zu hören bekommt: Vom Aufstieg vom Kindergarten- zum Schulkind hielt Otto nie viel, verrät er den Senioren und nippt am Sektglas. „Ich war in meine Kindergärtnerin verliebt. Sie hieß Susi und hatte lange blonde Haare.“ Entsprechend würden ihm auf sämtlichen Einschulungsfotos die Tränen in den Augen stehen, „weil die Lehrer einfach nicht so ansehnlich waren wie Susi“. Ja, ja, erste Kindheitserinnerungen seien sehr prägend und würden im Alter wieder sehr aktuell, weiß Putzperle Huber als langjährige Fachkraft im Altenheim und prognostiziert: „An Susi wirst du mit 90 öfter denken.“

 

Dann geht es Schlag auf Schlag. Reisen?, fragt Frau Huber. „Sehr gerne“, antwortet Otto. Kontostand?, bohrt die Putzperle weiter. „Geht so“, kommt zurück. Lieber Thorsten oder lieber Otto? „Egal.“ Aber heiß ist dem Radio-Moderator plötzlich. Vielleicht liegt’s an der Frage, welchen Schlag der junge Otto als Keplerianer bei den Mädchen hatte. „Geht so“, meint der zweifache Vater, der seit 2003 verheiratet ist und zugibt, damals nur Mädels und Sport im Kopf gehabt zu haben. „Aber wenn die Mädchen gewusst hätten, dass du mal so ein berühmter Moderator wirst, …“, versucht die Putzperle zu trösten. „Genau das habe ich mir bei der ein oder anderen auch gedacht“, sagt Otto.

 

Ab 75 wird’s spannend

Doch nicht einmal Otto selbst ahnte damals etwas von seiner Radiokarriere. An der Uni in Bayreuth begann er gemäß der Familientradition Jura zu studieren. Vater Eberhard Otto war Richter, der Onkel an der Uni Jura- Professor und Thorsten Otto einfach nur heiß aufs Basketballspielen in der Wagner-Stadt. Das erste Examen hat er noch gemacht. „Dabei wusste ich schon, ich will Journalist werden, zur Zeitung oder zum Radio.“ Also begann er bei Radio Gong in Nürnberg – und landete schließlich bei Bayern 3, wo er Stars und normale Menschen mit besonderen Geschichten interviewt. „Die spannendsten Gäste sind meist die über 75. Die haben wirklich etwas zu erzählen“, verrät er. Und: „Ja, von Promis bin ich manchmal schon satt. Normale Menschen sind oft spannender.“ Oder: „Bei 100 Prominenten sind drei bis fünf dabei, mit denen musst du im Leben nicht mehr unbedingt etwas zu tun haben.“ Das Kraut bei Otto ausgeschüttet haben vor allem diejenigen, die eben die Putzfrau oder die Redakteurin herablassend behandeln. Apropos Redakteurin. „Immerzu lobst du die in deiner Sendung. Wer ist das eigentlich? Wie sieht sie aus?“, will Frau Huber wissen. „Na wie die Susi“, kontert Otto. Nichtsdestotrotz kommt Otto bei

den unterschiedlichsten Prominenten an. Übrigens sucht er seine Gesprächspartner selbst aus. Zuletzt war Schauspieler und Ex Eiskunstläufer Hans-Jürgen Bäumler zu Gast. Oder der kapriziöse Zirkusveranstalter André Heller. Oder Ex-„Gina Wild“ Michaela Schaffrath. Wegen ihr hat sich die Putzperle auch so in Kiwigrün aufgebrezelt, verrät sie und bittet Otto zusammen mit den Senioren zu Atemübungen und Sitztanz.

 

Lob für Lebensfreude

„So viel Lebensfreude wie ich heute hier erlebt habe, habe ich im Sender lange nicht mehr gesehen“, sagt Otto nach der Bewegungsrunde, nach der Putzperle Huber den Moderator in den USA-Urlaub verabschiedet. Den Schweißflecken auf seinem grauen TShirt nach zu urteilen, hat Otto den nach einer Stunde unter der Leselampe auch dringend nötig.

 

Quelle: Der neue Tag www.oberpfalznetz.de

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Juli 6th, 2012 by admin

Hermann Lahm unterhält im Sindersberger-Altenheim mit Musik und Wortvorträgen

 

Weiden. Hintergründiges im Eleonore-Sindersberger-Altenheim: Im voll besetzten Saal stellte Heimleiter Bernd Hensel den aus Wendelstein bei Nürnberg kommenden Multi-Künstler Hermann Lahm vor. Für ihn war der Auftritt – eine Mischung aus Vortrag und Konzert – ein Heimspiel, da er in Weiden geboren ist und seine Mutter regelmäßig im Seniorenheim besucht. Meist hat er dann sein Akkordeon im Gepäck und unterhält die Bewohner im Café oder beim Wochenausklang. Sein umfassendes Talent stellte er nun an einem Begegnungsnachmittag unter Beweis. Nachdenklich und humorvoll sind Hermann Lahms Texte. Vor allem seine pointenreichen Kurzgedichte zeigten seine Lust, mit Sprache umzugehen.

 

Er berichtete von den Tücken der neuen Rechtschreibreform, davon, dass die Ökumene nicht für die Katz ist, und darüber, dass der Wecker auch ein Freund sein kann. Zwischendurch unterhielt er immer wieder mit seinem Akkordeonspiel die Senioren. „Selbstgestrickte Landler“, aber auch Stücke von Max Grellner gehörten zu seinem Repertoire. Nachdenklich stimmten seine Erzählungen, die von Heimatverbundenheit zeugten, die Geschichten über Steine und die Gewichtung der Räder. Hermann Lahm war von der Aufmerksamkeit und der Spontanität seiner Zuhörer sichtlich berührt. Sehr ungern verabschiedeten sich die Senioren von ihm. Lahm versprach immerhin wiederzukommen: Dann mit einer anderen seiner Begabungen im Gepäck, nämlich der Fotografie, speziell zum Thema Wasser.

 

Quelle: Der neue Tag, Weiden www.oberpfalznetz.de

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Juni 22nd, 2012 by admin

Mit großem Tamtam der Bundesregierung wurde der Bundesfreiwilligendienst im vergangenen Jahr, am 3. Mai 2011, nach Abschaffung des Zivildienstes eingeführt. Zum Startpunkt fehlten sämtliche Ausführungsbestimmungen, niemand wusste die Unterschiede zwischen FSJ und BFD und Fachleute prophezeiten eine Totgeburt des Bundesfreiwilligendienstes.

Dennoch, nach anfänglicher Zurückhaltung, gilt der Bundesfreiwilligendienst – kurz BFD – mittlerweile als Erfolg. Im Gegensatz zum Zivildienst der nur 6 Monate dauert, kann der engagierte Bufdi in der Regel 1 Jahr lang seine Fähigkeiten und Interessen einbringen. Zwar kommt der Bundesfreiwilligendienst dem Träger teurer, aber interessierte und engagierte Bufdis  sind eine Bereicherung für die Einsatzstelle. Das große Spektrum an Einsatzmöglichkeiten, sowie die durchorganisierte Begleitung während der Bufdi-Phase, zu der auch Seminare gehören, bieten sowohl der Einsatzstelle, als auch dem Bufdi jede Menge Möglichkeiten.

Bufdi der ersten Stunde

Jeremias Kaiser hat sich trotz der anfänglichen Schwierigkeiten und ohne genaue Kenntnisse was ihn alles erwartet beim Diakonischen Werk Weiden beworben. Seit Mitte September 2011 ist er nun dabei, da er zwischen Abitur und Studium erst ein Soziales Jahr machen wollte. „Ich war der erste G8 Abiturjahrgang, der mit dem letzten des G9s zusammenfiel.“, meint Jeremias. Die Situation an den Unis war letztes Jahr noch chaotisch, was sich dieses Jahr deutlich gebessert hat. Außerdem kam ihm ein Jahr Bedenkzeit zur Studienwahl gerade recht. „Ich wollte einfach mal was anderes machen, raus aus dem Lernstress. Ein fester Arbeitsrhythmus und wenn man abends heimkommt, ist man fertig.“

Bundesfreiwilligendienst in der Diakonie Weiden

Seinen Tagesablauf durfte er selbstständig strukturieren: „Da hatte ich mit der Diakonie wirklich Glück, sie haben mir sowohl Verantwortung, als auch Vertrauen gegeben.“  Hier hatte Jeremias Umgang mit älteren und hilfsbedürftigen Menschen und konnte so in der Rolle des „Helfers“ seine Erfahrungen sammeln und auch Schicksale von Menschen miterleben.

Auch den zwischenmenschlichen Bereich in der Arbeitswelt lernte er so kennen. Erfahrungen sammeln im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, das gemeinsame Arbeiten im Team ergänzten seinen Alltag als Bufdi im Diakonischen Werk Weiden.

Sein vielseitiger und abwechslungsreicher Aufgabenbereich  erstreckte sich von Verwaltungstätigkeiten, wie Telefondienst oder Computerpflege, über Hausmeistertätigkeiten, die er zuletzt teils halbtags im St.-Michael Zentrum ausführte, bis hin zu Betreuungsaufgaben, bei denen er alte Menschen beim Spazierengehen begleitete oder mit dem Akkordeon im Kurzzeitpflegeheim für Unterhaltung sorgte. „Das hat mir auch was für das Leben gebracht“, versichert Jeremias, „sei es beim Umgang mit alten Menschen, dem Blick auf soziale oder pflegende Einrichtungen oder einfach als erster Kontakt mit der Arbeitswelt.“

Die Diakonie bietet mehrere Bundesfreiwilligendienst-Stellen in den verschiedenen Einrichtungsbereichen an.

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Mai 23rd, 2012 by admin

Anneliese Hein tauschte ihre große Wohnung gegen ein Zimmer im Altenheim – „Gut aufgehoben“

Weiden. (mte) Einerseits hackt sie im Zehn-Finger-System in ihre alte Olympia-Schreibmaschine. Andererseits findet sich auf ihrem Nachttisch ein Handy: „Damit lass ich mich täglich wecken“, erklärt Anneliese Hein aus Zimmer 503 im Eleonore-Sindersberger-Seniorenheim. Sie ist 88 Jahre alt.

„Schade, dass die meisten erst hierher kommen, wenn sie liegen“, sagt Anneliese Hein, die sich vor drei Jahren zum Umzug ins Altenheim entschied. Ganz bewusst.

34 Quadratmeter umfasst ihr Zimmer. Plus großzügigen Flur mit Einbauschrank und Badezimmer. Und inklusive ihres Lieblingsplatzes: der große Balkon. „Seinetwegen bin ich geradezu auf dieses Zimmer geflogen“, erzählt Anneliese Hein, schiebt die Gardinen zur Seite und schreitet hinaus zu ihren geliebten Pflanz-Kästen, dem Rosenbeet darunter und dem Vogelhäuschen schräg gegenüber. „Vorsicht, Stufe“, ruft sie den halb so alten Besuchern hinter sich zu. Und: „Erst kürzlich hat der Hausmeister mir hier Unkraut gezupft, ein netter Mann. Ich könnt’s ja nicht mehr machen.“ Anneliese Hein würde aber sicher gerne. Schließlich liebt sie Blumen: „Nächste Woche kommen die Hängegeranien. Solche wollte ich schon immer mal auf dem Balkon haben. In meiner alten Wohnung habe ich wegen der Nachbarn unterhalb stets darauf verzichtet. Aber jetzt geht’s.“ Anneliese Hein wohnt nun im Erdgeschoss.

„Das passiert mir nicht“

Die alte Wohnung lag in den Naabwiesen. 91 Quadratmeter groß war sie. Verlassen hat Anneliese Hein sie, nachdem das mit ihren zwei Freundinnen passiert war. Die eine erlitt einen Schlaganfall, die andere zog sich einen Oberschenkelhalsbruch zu. „Beiden sagte man im Krankenhaus, dass sie nicht mehr nach Hause könnten. Aber nach was anderem hatten sie sich noch gar nicht umgeschaut“, erzählt Anneliese Hein. „Damals habe ich mir geschworen, das passiert mir mal nicht.“

1997, nach dem Tod ihres Mannes Werner, hatte sie den ersten Schritt gemacht: Sie ließ sich im „Sindersberger“ vormerken. 2009 machte Anneliese Hein Nägel mit Köpfen, sprach über ihre Umzugspläne mit ihrem Sohn und der Schwiegertochter. Beide leben in Würzburg. „Nachdem ich auch immer mehr unter Schwindel gelitten und mehrere Stürze hinter mir hatte, beruhigten meine Pläne die Kinder.“

Anneliese Hein zog ins Altenheim, löste die große Wohnung auf. „Zum Glück fing damals meine Enkeltochter in Göttingen an zu studieren, da konnte sie einfach alles brauchen.“ Teppiche, Elektrogeräte und und und. „Alles, was ich nicht verschenkt habe, hat der Weiße Ring geholt.“ Viele Bücher zum Beispiel. „Wir hatten eine sehr große Bibliothek.“ Ihre wichtigsten Werke behielt Anneliese Hein. Sie zieren das schmale, raumhohe Regal in Zimmer 503. In der Schrankwand findet sich ihr gutes Geschirr, neben dem Tisch die Schreibmaschine, über dem Bett Bilder der Familie. Insgesamt drei Enkel hat Anneliese Hein. Und in der Ecke steht das Fernsehgerät. Die 88-Jährige guckt gerne Fußball: „Das habe ich wohl von meinem Mann übernommen.“

Viel Zeit zum Fernsehen hat Anneliese Hein eigentlich nicht. Termine über Termine pinnen allein schon an ihrer goldenen Standleuchte neben dem gemütlichen Sessel: Fußpflege. Besprechung mit den Seniorenbeauftragten, Französisch-Kurs an der Volkshochschule oder die Einladung des Oberpfälzer Kunstvereins zur Ausstellungseröffnung finden sich da beispielsweise. Anneliese Hein ist OKV-Mitglied. Sie bannte zum Beispiel Geranien in der Vase auf die Leinwand. Das Werk hat gleich rechts von der Stehlampe seinen Platz gefunden. Gerade kommt die Vorsitzende des Heimbeirats übrigens von der Kochbesprechung, bei der die Köche ihr und den anderen den Speiseplan des Folgemonats serviert haben. „Abgestimmt auf den EM-Spielplan“, lobt Anneliese Hein. Als Fußball-Fan weiß sie das zu schätzen.

Voll ausgelastet

Überhaupt meint sie: „Ich bin hier im Heim gut aufgehoben, gehe aber auch gerne raus zu Konzerten und Kabaretts.“ Als Heimbeiratsvorsitzende würden sich ihr zusätzliche Möglichkeiten bieten: „Da kann ich im Alter Vorschläge machen, mich einbringen. Ich fühle mich hier voll ausgelastet. Das freut mich sehr. Aber ich muss auch sagen: All das kann man eben nur machen, wenn man rechtzeitig ins Heim geht.“

 

 

Quelle: Der neue Tag, Weiden www.oberpfalznetz.de

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April 20th, 2012 by admin

Unter der Leselampe: Bürgermeister Andreas Meier war Zivi im Sindersberger-Altenheim – Berufswunsch Journalist

Weiden. Zurück zu den Wurzeln. So hieß es dieses Mal für Andreas Meier unter der Leselampe des Eleonore Sindersberger-Altenheims. Frau Huber (Gerlinde Kledtke) war sehr gespannt auf den ehemaligen Superzivi, der im Jahre 1998 seinen Zivildienst dort ableistete. Sie wollte unbedingt erfahren, wie man vom einfachen Zivi zum Bürgermeister und stellvertretenden Landrat aufsteigen kann. Ganz offen stellte er sich den Fragen.


 

 

Praktikant beim NT

So erfuhren die Bewohner, dass er eine schöne Kindheit, zusammen mit seinem jüngeren Bruder, in Windischeschenbach verbrachte. Sein Berufswunsch war, Journalist zu werden, entweder bei Zeitung, Rundfunk oder Fernsehen. 2001 verbrachte er ein halbes Jahr als Praktikant beim Neuen Tag in der Außenstelle Neustadt. Dies war Voraussetzung für sein Studium in Bamberg. Allerdings schaffte er nur zwei Jahre, weil dann eine andere Herausforderung auf ihn wartete.

In der langjährigen SPD-Hochburg Windischeschenbach fand sich bei der CSU niemand bereit, sich als Gegenkandidat aufstellen zu lassen. In seinem jugendlichen Leichtsinn sagte Meier: „Wenn’s keiner macht, dann mach’s ich!“ Mit Semmeln stellte er sich den Bürgern persönlich vor. Dies brachte ihm die Stichwahl. Nun zog er erneut los, dieses Mal allerdings mit herzhaften Mitteln im Gepäck. Er prägte den Slogan „Jetzt geht’s um die Wurst“. Und so kam es, dass er seine geliebten T-Shirts gegen einen schwarzen Anzug mit Hemd und Krawatte tauschen musste. Sehr zur Freude seiner Mutter. Als 24-Jähriger zog Meier als jüngster Bürgermeister in das Rathaus ein und bat die Mitarbeiter um ihre Unterstützung. So stellt er sich nun seit zehn Jahren den großen und den kleinen Themen seiner geliebten Stadt, ohne den Blick über den Tellerrand zu verlieren.

 

Feuereifer bei Feuerwehr

Er ist stolz auf seine Mitbürger, die sich gut kennen und die sich gegenseitig helfen. Sein Blick gilt besonders auch der Jugend. Viele Jugendliche wollen sich nicht mehr der Verantwortung in den Vereinen stellen. Er selbst geht daher mit gutem Beispiel voran. Bei Feuerwehreinsätzen ist er mit Eifer dabei und erklärt schmunzelnd, „wenn der das kann,  kann ich das auch“. Sehr gern denkt er an seine Zivizeit bei Hausmeister Rainer Witzsch zurück. Sorgfältig wurde der Gast auf alle Tätigkeiten in Haus und Garten vorbereitet. Jetzt kommt ihm noch vieles zu Gute, was er damals lernte. Das gemeinsame Heim mit seiner Frau Jutta konnte er so selbstständig neu streichen. Über seinen Einfallsreichtum staunten die Senioren nicht schlecht. Die standesamtliche Trauung fand an Silvester statt. So gibt es jedes Jahr zum Hochzeitstag ein kostenloses Feuerwerk. Ganz klar, dass Meier mit der Putzperle und den Senioren noch einen zündenden Tanz auf das Parkett legte. Heimleiter Bernd Hensel und Frau Huber bedankten sich für den netten Besuch an der „alten Wirkungsstätte“.

 

Quelle: Der neue Tag www.oberpflatznetz.de

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April 18th, 2012 by admin

SPD rät Diakonie mit ungewöhnlichem Konzept Stadt für Krippenbau zu begeistern

Weiden. (mte) Die Diakonie lässt nicht locker: Eine Krippe, die auch samstags geöffnet hat? Das wäre neu in Weiden. Und hat vielleicht gerade deshalb eine Chance. Da sind sich SPD-Fraktionschef Roland Richter und Sozialpädagogin bei der Diakonie, Dagmar Deutschländer, einig. Womöglich reicht auch eine verlängerte Öffnung wochentags bis 18 Uhr, um die Stadt nach drei vergeblichen Anläufen doch noch von der Notwendigkeit eines Krippenbaus in St. Michael zu überzeugen? Die Arbeit an einem etwas anderen Konzept jedenfalls laufen an.

 

Parallel zu den Bemühungen um erste Kostenschätzungen für die nötige Aufstockung des Gebäudes in der Friedrich-Ebert-Straße. Darüber verständigten sich seitens der Diakonie Hans-Jürgen Mehlan, Dekan Wenrich Slenczka, Kindergartenleiterin Anke Brunner und die SPD-Abordnung mit den Stadträten Josef Gebhardt, Gabriele Laurich, Brigitte Schwarz und eben Richter bei einem Treffen am Montagabend im Kindergarten.

„Bei den Öffnungszeiten könnten wir erweitern“, meint Kindergartenleiterin Anke Brunner. „Pauschalzusagen aber können wir nicht machen“, bittet Mehlan von der Verwaltungsstelle des Dekanats um Verständnis. Auch deshalb will Gebhardt „irgendwie, vielleicht mit einem Aufruf in der Presse oder bei der Gleichstellungsbeauftragten der Agentur für Arbeit“ abklären, inwiefern Bedarf an einer Samstagsbetreuung besteht.

Apropos Bedarf: Aktuell haben sich acht Kinder bei Anke Brunner für einen Krippenplatz vormerken lassen. Maximal 12 bilden eine Krippen- Gruppe. 96 Kinder besuchen derzeit den einzigen Kindergarten der Stadt unter evangelischer Trägerschaft. „Wir sind eine große Einrichtung. Und als solche kann man uns doch nicht aussparen, einen Übergang von Krippe zu Kindergarten anzubieten“, argumentiert Dekan Slenczka.

Für ein Jahr hat die Stadt den Antrag auf den Bau einer Kinderkrippe zurückgestellt. So viel Zeit aber bleibt nicht. Sonst versiegen Fördertöpfe, warnt Mehlan. Zum Beispiel der von der Regierung der Oberpfalz, aus dem bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten für einen Krippenbau abzuschöpfen wären. Entsprechend schnell will sich die SPD-Fraktion kundig machen und helfen.

Bezeichnet Richter den Ausbau der Krippenplätze doch als „politisches Leitziel der Partei“. Auch wenn sich seit 2007 die Krippenplätze in der Stadt verdreifacht haben. „Damit entstand ein enormes Kostenbündel. Für neue Krippen wird’s deshalb nun schwieriger.“ Bedarf bestehe aber wohl, sind sich Diakonievertreter und SPD-Politiker einig. Meist allerdings erst nach dem ersten Jahr der Eröffnung, weiß Mehlan aus den Erfahrungen mit anderen Einrichtungen im Dekanatsbezirk und spricht von Wartelisten, die dann wie zuletzt in Floß entstünden. Personell überbrückbar wäre eine mögliche Durststrecke bei einer solch großen Einrichtung anfangs auch finanziell, meint der Dekan zuversichtlich. „Und ein gewisses Restrisiko bleibt doch immer.“

In der Vergangenheit hat es sich gelohnt, es zu tragen. Meint Richter doch: „Vor fünf Jahren hat kaum einer geglaubt, dass in Weiden ein Krippenplatzbedarf von über 100 besteht.“ Derzeit sind 119 Plätze belegt. Acht Anfragen gibt es in St. Michael, erinnert Anke Brunner

 

Quelle: Der neue Tag Weiden, www.oberpfalznetz.de

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April 17th, 2012 by admin

Jahresbilanz des Frauenhauses: Zahlen auf hohem Niveau

Weiden. (fku) Vielleicht ist es am besten, sich zunächst von falschen Vorstellungen zu verabschieden: Nein, es trifft nicht nur Frauen aus Arbeiterfamilien, Akademiker sind genauso unter den Opfern – und Tätern. Und nein, das Problem ist nicht nur auf bestimmte Altersgruppen beschränkt. 18-Jährige suchten genauso Hilfe wie Seniorinnen, sagt Marianne Kleber-Meierhöfer. Häusliche Gewalt gibt es überall.

 

Kleber-Meierhöfer versucht mit ihren Mitarbeiterinnen, wenigstens das Schlimmste zu verhindern: Sie ist die Leiterin des Frauenhauses, das nun seine Jahresbilanz vorstellte. 47 Frauen mit 42 Kindern fanden im vergangenen Jahr dort Zuflucht vor körperlicher, aber auch psychischer oder sexueller Gewalt in ihrem eigentlichen Zuhause. Die Zahlen sind etwas niedriger als noch 2010 – damals waren es 54 Frauen und 41 Kinder. Trotzdem sei das Niveau unverändert hoch, so Kleber-Meierhöfer.

 

Dabei sind die Aufnahmezahlen ohnehin nur ein kleiner Ausschnitt der Realität. Die Leiterin zitiert eine Studie, wonach jede vierte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt wird. Nur: Solche Zahlen mögen sich dramatisch anhören, ein neues Phänomen sind sie laut Kleber-Meierhöfer indes nicht. „Ich glaube nicht, dass sie gestiegen sind, ich glaube, dass es schon immer so schlimm war.“ Dass es seit einigen Jahren vergleichsweise viele sind, die Hilfe im Frauenhaus suchen, liege vielmehr daran, „dass das Thema nicht mehr das Tabu ist wie noch vor 20 Jahren“. Und mit der Diskussion darüber seien nunmal auch mehr Betroffenen Hilfsangebote wie das Frauenhaus bekannt.

 

Langes Zögern

Dabei dauert es auch heute noch lange bis sie dort Zuflucht suchen. Durchschnittlich, so Kleber-Meierhöfer, halten sie ihre Leiden sieben Jahre lang aus. Manchmal sei es aber auch noch deutlich mehr Zeit – dann seien es auch Seniorinnen, die erst nach 20, 30 Jahren mit einem gewalttätigen Mann zu handeln wagen. Auslöser dafür, endlich etwas zu unternehmen, seien mal massive Verletzungen, häufig planten Frauen diesen Schritt aber auch über lange Zeit hinweg.

Gründe für häusliche Gewalt sind ebenso unterschiedlich. „Oft ist es in der Persönlichkeit des Täters begründet, dass er Macht, Kontrolle ausüben will.“ Manchmal brauche es einen zusätzlichen Auslöser, Stress, hervorgerufen etwa durch Arbeitslosigkeit, Schulden – oder den Umstand, dass Kinder neu in die Beziehung kommen. Vielleicht ist das auch eine Erklärung für eine weitere Auffälligkeit in der Statistik: Viele der 2011 aufgenommenen Frauen – drei Viertel von ihnen – waren Mütter. 22 von ihnen brachten ihre Kinder mit, von denen die Hälfte unter sechs Jahre alt war.

 

42 Prozent der Frauen waren bis zu zwei Wochen in der Einrichtung, rund ein Drittel länger als sechs Wochen. Ähnlich verschieden gestaltete sich die Zeit nach dem Aufenthalt. Während der überwiegende Teil den Schritt in die Unabhängigkeit wagte, zu Verwandten, einem neuen Partner oder in andere Einrichtungen zog, ging immerhin fast jede Fünfte wieder zurück in das frühere Zuhause.

Rückkehr zum Peiniger

Zu den Gründen dafür zählen der Leiterin zufolge mal die Kinder, die sich nach ihrer alten Schule, den Freunden sehnen. Mal sind es die Partner, die beteuern, dass sie sich ändern würden. Die Leiterin und ihre Mitarbeiter sehen das bestenfalls „mit gemischten Gefühlen“. Häufig ändere sich der Partner eben nicht.

Nach einer kurzen, leidlich friedlichen Phase „wird es in der Regel sogar noch schlimmer“. Das zeigt sich auch in der Statistik: Elf der Frauen, die 2011 die Hilfe der Einrichtung in Anspruch nahmen, waren zuvor schon einmal in einem Frauenhaus – viele davon wegen desselben Partners. Noch eine Auffälligkeit findet sich in den Zahlen des Jahresberichts: 20 der Frauen kamen aus anderen Regionen, manchmal auch aus anderen Bundesländern – nicht selten, weil sie aus Sicherheitsgründen weit weg von ihrer alten Heimat regelrecht fliehen mussten. Hinzu kamen 17 Frauen aus Weiden – aus dem Landkreis Neustadt/WN waren es dagegen nur sechs, aus dem Kreis Tirschenreuth nur vier.

 

Stadt-Land-Gefälle

Eine bemerkenswerte Differenz, über „die wir auch schon oft nachgedacht haben“, so Kleber-Meierhöfer. Eine schlüssige Erklärung hätten sie bislang noch nicht gefunden. Klar sei nur, woran es nicht liege: Das Klischee vom friedlicheren Leben auf dem Dorf sei falsch. „Auf dem Land gibt es auf keinen Fall weniger häusliche Gewalt.“ Auch so eine Vorstellung, von der man sich verabschieden muss.

Helfer und Spenden gesucht

Weiden. (fku) Träger des Frauenhauses ist das Diakonische Werk. Die Einrichtung bekommt zwar öffentliche Zuschüsse, ist laut Leiterin Marianne Kleber-Meierhöfer jedoch auch dringend auf Spenden angewiesen. Im vergangenen Jahr ermöglichten beispielsweise „Lichtblicke Tirschenreuth“ und die Stadt Weiden die Erneuerung der Außenspielanlage. Spendenmittel von „Inner Wheel“ und „Adventslicht“ halfen bei der Finanzierung eines Kunstherapie-Projekts für die Kinder der betreuten Frauen. Trotz solcher Unterstützung hat die Einrichtung weiter Bedarf; so muss beispielsweise der Parkettboden dringend überholt werden.  

Spenden an das
Diakonische Werk Weiden e.V.,
Evangelische Kreditgenossenschaft Nürnberg,

Bankleitzahl 520 604 10,

Konto 260 80 14,

Verwendungszweck: Frauenhaus.

Daneben ist das Frauenhaus auch auf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen angewiesen. 22 sind es aktuell, die unter anderem die Rufbereitschaft rund um die Uhr ermöglichen und bei verschiedenen Aktivitäten helfen. Auch hier sucht das Frauenhaus weitere Unterstützer (Telefon 0961/389 31 70).

 

Umfassende Hilfe

Weiden. (fku) Drei hauptamtliche Fachkräfte und eine Bürgerarbeiterin kümmern sich im Frauenhaus um Hilfesuchende. Eine harte Arbeit – denn zum einen haben die Belegungszahlen die geplante Auslastung überschritten. Zum anderen müssen sie Frauen (und deren Kinder) in einer extrem schwierigen Situation umfangreich unterstützen. Die Aufarbeitung des Geschehenen und die Überwindung der Gewalt ist beispielsweise genauso Thema wie beispielsweise die Existenzsicherung der Frauen, Erziehungsfragen oder erste Schritte auf dem Weg in die (wirtschaftliche) Unabhängigkeit der Betroffenen. Frauen, die selbst Hilfe brauchen, können das Frauenhaus rund um die Uhr erreichen: Telefon 0961/389 31 70.

Quelle: Der neue Tag, www.oberpfalznetz.de 

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