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Integration klappt vor allem über die Sprache: Neuer Sprachclub und Verein in Weiden am Start

Mittwoch, Juni 5th, 2024

Integrationslotsin Stefanie Wildenrother hat ein Ziel: Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund sollen noch schneller Fuß fassen. Unterstützen könnten weitere Angebote wie ein neuer Sprachclub und der neue Ukraine-Verein. von Stephanie Hladik

Seit 2017 treffen sich im Sprachcafé der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael, dem „Café Farbenfroh“, jede Woche Migranten und einheimische Bürger jeden Alters zu einem Kennenlernen, zu Gesprächen oder einem fröhlichen Miteinander bei einer Tasse Kaffee. Das Angebot ist beliebt und wurde 2023 mit dem Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz ausgezeichnet. Menschen aus bis zu zwölf verschiedenen Nationen finden hier eine Gemeinschaft und schließen neue Freundschaften. Nebenbei erlernen sie die deutsche Sprache. Wichtig, um sich möglichst schnell vor Ort zu integrieren.

Das weiß Stefanie Wildenrother vom Diakonischen Werk Weiden nur zu gut. Seit zwei Jahren ist die Integrationslotsin Ansprechpartnerin für Neubürger und ehrenamtliche Helfer. „Natürlich unterstütze ich auch bei Behördengängen, aber vor allem bin ich dafür da, das Netzwerk weiter ausbauen“, sagt Wildenrother. „Hilfe zur Selbsthilfe“ fällt im Gespräch mit Oberpfalz-Medien immer wieder.

Sprachclub in Kreuz Christi
„Das Café Farbenfroh läuft super, aber mittlerweile ist es schon sehr voll. Aus der Gruppe heraus kam der Wunsch, die Sprachübungen zu vertiefen, eventuell in einem anderen Rahmen“, sagt Wildenrother. Die Idee zu einem Sprachclub reifte. Mit angeschoben hätten die zahlreichen ukrainischen Neubürger, freut sich die Integrationslotsin. „Die sind total umtriebig und erstaunlich gut vernetzt, unter anderem durch eine eigene WhatsApp-Gruppe. Das hat auch den Austausch mit Einheimischen forciert.“ Beim Probetermin für den neuen Sprachclub kamen über 50 Interessierte.

Jetzt will das multikulturelle Projekt richtig durchstarten. Am Mittwoch, 5. Juni, von 15 bis 17 Uhr trifft sich der Sprachclub wieder – immer im Gemeindezentrum Kreuz Christi am Stockerhutweg 37. Die Leitung hat die Ukrainerin Olena Riabinina übernommen. Ihr Mini-Job werde über die Lagfa Bayern, die Landesarbeitsgemeinschaft für gemeinschaftliches Engagement, gefördert. Als Bindeglied zur evangelischen Gemeinde fungiert Elisabeth Heider.

„Die Inhalte organisieren die Teilnehmer weitgehend selbst“, sagt Stefanie Wildenrother und gibt ein Beispiel. „Ob Syrer, Iraner oder Ukrainer, die Migranten wollen vor allem Ausdrücke des täglichen Sprachgebrauchs üben. Was sage ich zum Beispiel, wenn mir das Essen schmeckt? oder Wie erkläre ich, wenn etwas sauer ist? Besonders heiß sind sie aufs Bayerische“, sagt sie schmunzelnd. Und auch, wenn das „Griaß God“ oder „Hawadere“ holprig über die Lippen komme, helfe es ungemein, mit Einheimischen leichter in Kontakt zu kommen.

In das Konzept passt auch der neue Verein, die Ukrainische Gemeinde Weiden, der erst seit wenigen Tagen offiziell besteht. Nach Auskunft der Pressestelle der Stadt leben aktuell 801 Ukrainer in Weiden. Vereinsvorsitzende ist Iuliia Kumanska, ihre Stellvertreterin Oksana Lobodynska. Kumanska lebt seit 2020 mit ihrer Familie in Weiden, ist seit Dezember 2023 Mitglied im Integrationsbeirat der Stadt. Die studierte Philologin arbeitet als Pädagogische Fachkraft der Volkshochschule Weiden-Neustadt/WN. Ihr liegen besonders die Kinder und Jugendlichen am Herzen, wie sie sagt. „Für sie gibt es noch zu wenig Angebote. Oft bleiben sie nach der Schule unter ihresgleichen, in ihrer eigenen Blase. Der Verein kann hier vielleicht helfen, Dinge anzustoßen.“ So träumt Kumanska zum Beispiel von einem gemeinsamen Theaterprojekt. „International soll es sein“, sagt sie. Denn: Der neue Verein wolle für alle Nationalitäten da sein. „Er ist auf Kooperation ausgelegt“, ergänzt die Integrationslotsin, die das neue Angebot, ebenso wie ihr Chef Diakon Karl Rühl, sehr begrüßt.

Ukrainische Gemeinde Weiden
Langfristig sollen auch Beratungsangebote speziell für Frauen geschaffen werden. Damit wolle man auch die Frauen in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge im „Camp Pitman“ erreichen, die es besonders schwer hätten. „Auch eine ukrainische Samstagsschule für Kinder könnten wir uns vorstellen“, sagt Iuliia Kumanska. Eine solche gebe es bislang noch nirgends. Gut angelaufen sei bereits der Kontakt zur deutschen Pfadfindergemeinde (Stamm Thomas Morus) in Weiden, freut sich die Ukrainerin. „Unsere eigene Pfadfindergruppe (Plast) zählt schon 40 Kinder und Jugendliche.“

Integrationslotsin Wildenrother sieht die Projekte und den neuen Ukraine-Verein als ein Gesamtkonzept, das ineinander greift. „Die verschiedensten Nationen sollen sich austauschen, gegenseitig helfen und auch Neues anstoßen. Eben Hilfe zur Selbsthilfe. Nur so kann langfristig das Netzwerk auch wachsen.“ Doch sie weiß auch, dass es noch viel zu tun gibt. Die Angebote sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor Deutschlehrer fehlen und es nicht genügend Integrationskurse gibt. Zudem könnten viele Mütter, die keine Kinderbetreuung haben, Treffen nicht wahrnehmen, weist Wildenrother auf ein generelles Problem in der Migrationspolitik hin.

Spaß haben und Sprache lernen

  • Sprachencafé „Café Farbenfroh“: 2017 von der Evangelischen Erwachsenenbildung und dem Diakonischen Werk initiiert. Findet wöchentlich mittwochs von 15 bis 17 Uhr im Betsaal der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael, Pfarrplatz 6, statt.
  • Sprachclub: Neu seit 2024; jeden Mittwoch 15 bis 17 Uhr im Gemeindezentrum Kreuz Christi
  • Integrationslotsin der Diakonie Stefan Wildenrother: Büro in der Passage im Alten Rathaus, Weiden; Telefon: 0157/51197736

Mobil mit Rad

Donnerstag, Mai 23rd, 2024

Das ambulant unterstützte Wohnen hat im Rahmen des von Aktion Mensch „Das WIR gewinnt“ geförderten Projekts „Mobil mit Rad“ vier E-Bikes angeschafft, welche an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Klienten angepasst sind.

Die Rikscha ist perfekt für zwei Menschen mit Einschränkungen, sie wird von einem Mitarbeiter gelenkt. Die zwei Dreiräder, können durch einen großen Korb am Gepäckträger, gut zur Beförderung der Einkäufe genutzt werden. Das Tandem Dreirad bietet Menschen mit Behinderung, die Möglichkeit gemeinsam mit einer Begleitperson sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

Seit 2018 sind wir als Diakonie Leistungserbringer für die Bezirke im Rahmen des ambulant unterstützten Wohnens. Unser Ziel ist es die Teilhabe und somit die Mobilität mit Dreirädern für Menschen mit geistiger und seelischer Behinderung und/oder Suchtmittelabhängigkeit zu fördern. Wir begleiten Menschen in Wohngemeinschaften, als auch Menschen, in ihren eigenen Wohnungen. Mit den Fahrrädern soll die Autonomie, als auch die Bewegung, die zur körperlichen und geistigen Gesundheit beiträgt, gefördert werden. Die Verbesserung der selbstbestimmten Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten und Veranstaltungen, sowie die sozialräumliche Vernetzung, wird dadurch unterstützt. Außerdem werden durch Schulungen und Trainings die Fahrkompetenzen und Verkehrssicherheit für die Klienten vertieft.

Wolfgang Reuther als Leiter des Eleonore-Sindersberger-Heim verabschiedet

Freitag, Januar 12th, 2024

Die Weihnachtsfeier im Eleonore-Sindersberger-Heim in Weiden hatte für den festlichen Rahmen gesorgt, um den Einrichtungsleiter, Diakon Wolfgang Reuther, nach zehn Dienstjahren in den Ruhestand zu verabschieden. Dies geht aus einer Mitteilung hervor. Der Geschäftsführer der Diakonie, Diakon Karl Rühl, bedankte sich für das Wirken von Reuther in einer herausfordernden Zeit. Vor allem der Umbau des Heims verlangte Einsatzkraft und Durchhaltevermögen, zumal Reuther auch noch die Leitung des St. Michael Zentrums innehatte. Da war es ein Glücksfall, dass der engagierte Pflegedienstleiter Konrad Nickl an seiner Seite war. Dieser hat nun offiziell seit dem 1. Januar die Leitung der Einrichtung mit gewohnter Energie und Weitsicht übernommen. Sein langjähriger Kollege und Mitarbeiter im Heim, Martin Skutella, wird ihn als neuer Pflegdienstleiter tatkräftig unterstützen, heißt es weiter.

Quelle: Der neue Tag Wolfgang Reuther als Leiter des Eleonore-Sindersberger-Heim verabschiedet | Onetz

Alleinlebende feiern in Weiden gemeinsam statt einsam

Mittwoch, Dezember 27th, 2023

Weihnachten allein zu Haus? Es gibt schöneres. Zum Beispiel die Feier, die Diakonie und Caritas für Alleinlebende auf die Beine stellen. Das Comeback nach den Coronajahren ist gelungen.

An Heiligabend allein – das muss nicht sein! Dieses Motto schreiben sich Diakonie und Caritas seit Jahren auf die Fahne. Auch wenn die Alleinlebendenweihnacht zuletzt wegen der Coronapandemie ausfallen musste, war sie jetzt wieder ein voller Erfolg, finden die beiden Veranstalter: Den Heiligabend feierten über 70 Besucher miteinander in der Personalcaféteria des Klinikums. 30 ehrenamtliche Helfer packten dafür an. Sie kümmerten sich um die Garderobe der Gäste, servierten Essen, hatten einfach mal ein offenes Ohr und plauderten mit den Leuten.

Ein festlich gedeckter Tisch, der Duft nach leckerem Essen in der Luft, festlich gekleidete Gäste, liebevoll verpackte, kleine Weihnachtsgeschenke, gemeinsam gesungene Weihnachtslieder: einen Heiligabend mit allem, was dazugehört, wurde Gästen aus dem Stadtgebiet Weiden beschert, die ansonsten ganz alleine gewesen wären. Die Gründe für das Alleinsein sind vielfach: mal ist der Partner verstorben, mal lebt die Familie in weiter Entfernung, mal ist jemand alleinstehend oder gar obdachlos. „Unsere Alleinlebendenweihnacht zeigt, was man auf die Beine stellen kann, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt Daniel Bronold, Geschäftsführer der Caritas Weiden-Neustadt.

Für die beiden Wohlfahrtsverbände ist es bereits Tradition, dass abwechselnd ein Geschäftsführer und eine Mitarbeiterin der Sozialarbeit an der Feierlichkeit teilnehmen, Weihnachtsgeschichten und Gedichte vorlesen und auch generell mitanpacken. Neben Bronold war das Dagmar Deutschländer von der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie. Mit dabei waren auch Bürgermeister Reinhold Wildenauer und die Stadträte Matthias Holl und Gabi Laurich. Die Stadt hatte mit Tischgestecken unterstützt, Stollen und kleine Geschenke für die Gäste gestiftet.

Dankbar waren die Veranstalter auch dem Klinikum Weiden, das nicht nur die Personalcafeteria zur Verfügung stellte, sondern auch das Festessen. Der Leiter der Küche, Ronny Hinderlich, verwöhnte die Gäste mit Kürbiscremesuppe, Braten, Stollen und Plätzchen. Bei der besinnlichen Andacht von Pfarrer Holm Haschker, die klassisch mit dem „Stille Nacht“ endete, standen vielen Gästen Tränen in den Augen. Mit Saxofon und Gitarre begleitete er die traditionellen Weihnachtslieder, die von „Oh du fröhliche“ über „Tochter Zion“ und „Ihr Kinderlein kommet“ reichten. Ursprünglich hatten die Organisatoren das Ende der Veranstaltung gegen 21 Uhr geplant. Tatsächlich war erst gegen 21.45 Uhr Schluss. Pfarrer Haschker spendete allen Gästen den Weihnachtssegen, bevor es nach Hause ging – für viele der Gäste mit dem ehrenamtlichen Fahrservice.

Quelle: Der neue Tag Alleinlebende feiern in Weiden gemeinsam statt einsam | Onetz

Integrationspreis für Café „Farbenfroh“ in Weiden

Donnerstag, November 30th, 2023

Bei einem Festakt im Spiegelsaal der Regierung der Oberpfalz zeichneten Bayerns Innen-Staatssekretär Sandro Kirchner und Regierungspräsident Walter Jonas am Dienstag fünf Oberpfälzer Initiativen aus. Ganz vorne landete ein Weidener Projekt.

Das Café „Farbenfroh“ der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael gewinnt den ersten Platz beim Wettbewerb um den Integrationspreis der Regierung der Oberpfalz. Der Sieg ist mit 2000 Euro dotiert.

Das Café „Farbenfroh“ ist ein wöchentlicher Treff, immer mittwochs von 15 bis 17 Uhr in den Räumen des evangelischen Dekanats am Pfarrplatz. Ziel ist es, Menschen verschiedener Kulturen und jeden Alters in lockerer Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen zusammenzubringen. Das gelingt seit der Gründung 2017. So saßen beispielsweise beim Frühlingsfest im Juni 40 Frauen und Männer aus zwölf Nationen zusammen und ließen sich ein internationales Büfett schmecken.

Das Café ist ein Anlaufpunkt für Einheimische, Zuwanderer und Geflüchtete geworden. Die niederschwellige Begegnung soll das Erlernen und Einüben der deutschen Sprache erleichtern. „Ein echter Mehrwert, denn: Man lernt sich kennen und hilft sich gegenseitig – auch bei Problemen im Alltag. Den kostbaren Einblick in fremde Kulturen gibt es gratis obendrauf“, lobt die Regierung in der Begründung für die Preisvergabe. Vor Ort helfen das Evangelische Bildungswerk Oberpfalz sowie die Diakonie mit.

Den zweiten Preis und jeweils 1000 Euro teilen sich das Badehaus Maiersreuth e.V. im Landkreis Tirschenreuth sowie der Malteser Hilfsdienst in Amberg. Jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten der Johanniter-Kinderhort „Weltenbummler“ in Schwandorf und das Jugendamt der Stadt Regensburg auf den zwei dritten Plätzen.

„Durch Ihre wertvolle Integrationsarbeit machen Sie Bayern noch lebenswerter,“ dankte Innen-Staatssekretär Sandro Kirchner (CSU) den Preisträgern. „Sie alle leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Integration und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft,“ ergänzte Regierungspräsident Walter Jonas.

Quelle: Der neue Tag Integrationspreis für Café „Farbenfroh“ in Weiden | Onetz

Ehrenamts-Brunch im Steinwaldnetz

Freitag, Oktober 20th, 2023

Bild: Birgit Technik/exb

Seit März dieses Jahres bietet das Quartiersprojekt Steinwaldnetz in den Gemeinden Krummennaab, Reuth und Friedenfels ein monatliches Programm mit vielen und meist kostenfreien Angeboten für alle Generationen. Das Angebot reicht von Workshops und Gruppen für Kreative, über Treffen und Unternehmungen für junge Familien, Digital-Kurse für Seniorinnen und Senioren, Vorträgen und Seminaren bis hin zu Gesprächsgruppen, zum Beispiel für pflegende Angehörige. Außerdem gibt es eine kostenlose Tauschbörse sowie eine regelmäßige Börse für Second-Hand-Mode. Auch bei Festen und größeren Veranstaltung in den Gemeinden ist das Steinwaldnetz mit aktiv, wie das Steinwaldnetz in einer Mitteilung schreibt. Das alles sei nur Dank eines Kreises von circa 20 Ehrenamtlichen möglich, die sich tatkräftig, engagiert und mit viel Herz einbringen.

Um das zu würdigen, hat Quartiersmanagerin Eva Neugirg zu einem Ehrenamts-Brunch im Dorfladen-Café in Krummennaab eingeladen. Das Treffen habe auch Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und einer besseren Vernetzung geboten. Dass der Ehrenamts-Brunch im Dorfladen abgehalten wurde, sei kein Zufall gewesen: Die Eröffnung des Dorfladens und die Gründung des Steinwaldnetz fanden fast zeitgleich statt, Quartiersbüro und Dorfladen sind direkte Nachbarn und es bestand von Beginn an ein reger und freundschaftlicher Austausch. Ermöglicht wurde der Brunch durch eine Spende durch das Diakonische Werk Bayern beziehungsweise aus Mitteln der Evangelischen Landeskirche. Anregungen sowie Menschen aus der Region, die sich einbringen möchten, seien willkommen. Das Steinwaldnetz ist ein gemeinschaftliches Projekt der Kommunen Krummennaab, Friedenfels und Reuth b. Erbendorf sowie der Diakonie Weiden als Träger. Gefördert wird es aus den Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie. Mit den Bürgerinnen und Bürgern möchte das Steinwaldnetz die Region weiterentwickeln. Es setzt sich für attraktive Lebensverhältnisse und ein lebendiges Gemeinwesen ein.

Neue Leiterin im St.-Michael-Zentrum Weiden

Freitag, Oktober 13th, 2023

Der langjährige Leiter des St.-Michael-Zentrums Weiden wird verabschiedet. Seine Nachfolgerin steht fest. Und damit dreht sich das Personalkarussell bei der Diakonie weiter.

In Anwesenheit der Mitarbeiter, dem Vorsitzenden der Mitarbeitervertretung Hans-Joachim Grajer, den Heimbeiratsvorsitzenden Adelheid Weiß und Silvia Benesch und dem Vorstand der Diakonie Diakon Karl Rühl, wurde Diakon Wolfgang Reuther verabschiedet. Das teilt die Organisation mit – und verrät auch, wer nachfolgt.

Diakon Reuther war knapp zehn Jahre im Eleonore-Sindersberger-Altenheim und im St.-Michael-Zentrum Einrichtungsleiter. Der ausgebildete Pflegediakon und studierte Betriebswirt arbeitete zuvor im OP des Wichern-Hauses Rummelsberg und war bis zu seiner Versetzung nach Weiden Wirtschaftsleiter des Wichern-Hauses. Der gebürtige Rothenburger und seine Familie waren damals mit Annahme der neuen Stelle in Weiden bereit, das Anwesen im Fränkischen aufzugeben. Reuther schuf sich hier in der Oberpfalz eine neue Heimat.

Seine Nachfolgerin ist Sonja Rummler. Sie war bisher die Pflegedienstleitung des Hauses und stellvertretende Einrichtungsleitung und konnte sich über Jahre hinweg umfassend in die Position der Einrichtungsleitung einarbeiten. Beide haben es in den vergangenen Jahren geschafft, dass ihre Einrichtung mit hervorragenden Ergebnissen bewertet wurde, teilt die Diakonie mit. Auf Rummler wiederum folgt Alexander Möstel als Pflegedienstleitung. Auch er hatte zuvor die Stellvertreter-Position inne. Beide hat Dekan Guba bereits beim Sommerfest der Diakonie in ihr Amt eingeführt.

Quelle: Der neue Tag Neue Leiterin im St.-Michael-Zentrum Weiden | Onetz

Eine Rikscha für das Eleonore Sindersberger Seniorenhaus

Montag, Juli 3rd, 2023

Der Fuhrpark im Eleonore Sindersberger Seniorenhaus hat einen tollen Zuwachs bekommen. Eine Rikscha für Bewohnerinnen und Bewohner wurde von Werner Mayr mit einer Einweisung und einer Probefahrt an den stellv. Einrichtungsleiter Konrad Nickl, Pflegedienstleiter Martin Skutella, und Gerontotherapeutin Gerlinde Koch übergeben. Inzwischen wird die Rikscha täglich genutzt. Der angrenzende Stadtpark und der Radweg am Flutkanal stellen optimale Bedingungen für eine sichere Fahrt im Grünen dar und bieten einen echten Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner im Sindersberger.

Angehörige sowie Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die Rikscha nach einer Einweisung nutzen. Gerne können sich an einer ehrenamtlichen Tätigkeit interessierte unter der Nummer 0961/39161814 melden.

Bild: v. links: Heinrich Hertel, Marlis Bardenheuer, Ingrid Weber, Konrad Nickl

Werkhof in Marktredwitz mehr als ein ungewöhnliches Kaufhaus

Mittwoch, Juni 14th, 2023

Marktredwitz

 11.06.2023 – 12:55 Uhr

Einen Wohnzimmertisch für 35 Euro? Ein komplettes Schlafzimmer für knapp 100 Euro? All das gibt es im Werkhof in Marktredwitz. Der gemeinnützige Laden gibt nicht nur Kunden, sondern vor allem den Mitarbeitern neue Perspektiven im Leben.

von Autor FPH

Bild: Matthias Bäumler/fph
Harald Gewinner (links) und Karl-Heinz Hentschel verstauen einen Korbsessel zum Ausliefern; mit auf dem Bild sind Geschäftsführer Markus Friedrich (rechts) und Anleiter Michael Tschirn.

Von Matthias Bäumler

Iris Hock könnte auch Trübsal blasen. Die Marktredwitzerin, die demnächst 60 Jahre alt wird, hat sich für einen anderen Weg entschieden: Sie arbeitet lieber einige Stunden in der Woche ehrenamtlich im Werkhof in Marktredwitz. An diesem Vormittag sitzt sie an der Kasse und berät immer wieder Kunden. So etwa eine junge Familie, die das Kinderzimmer ihrer mittlerweile jugendlichen Tochter neu einrichten will. Für Iris Hock, für die Familie, für viele Menschen in der Region ist der Werkhof in Marktredwitz ein Segen.

Seit einem Jahr gibt es das gemeinnützige Sozialkaufhaus der Diakonie Weiden in Marktredwitz. Es ist das jüngste in der Region. Der ursprünglich aus Brand bei Marktredwitz stammende Geschäftsführer Markus Friedrich hat diese Art der Läden vor Jahren in der nördlichen Oberpfalz etabliert. 1993 eröffnete er das erste Kaufhaus in Vohenstrauß im Oberpfälzer Wald.

Auch Dekoartikel

Nach Vohenstrauß, Weiden, Tirschenreuth und Cham entschloss sich die Diakonie vergangenes Jahr, in Marktredwitz ein Sozialkaufhaus zu eröffnen. In Wirtschaftskreisen würden sie es eine Triple-Win-Situation nennen. Wie Markus Friedrich sagt, schafft der etwas andere Laden einen festen Arbeitsplatz und mehrere jeweils befristete Arbeitsgelegenheiten, bietet weniger betuchten Kunden ein mittlerweile beinahe gigantisches Angebot an Möbeln, Dekoartikeln und Porzellan und hilft letztlich, Müll zu vermeiden.

Michael Tschirn ist Anleiter am Standort Marktredwitz. Der gelernte Schreiner hat in den Räumen in der Fikentscherstraße 12 seine Berufung gefunden. Er ist so etwas wie das Mädchen für alles, stellt die Abhol- und Liefertouren zusammen, verteilt die Arbeit, bewertet die Möbel und die gelegentlich ebenfalls eintreffenden Antiquitäten – und hält den Laden am Laufen. „Ganz ehrlich, die Qualität der uns angebotenen Möbel ist in aller Regel sehr gut.“

Kleinbus täglich im Einsatz

Derzeit bilden elf Frauen und Männer das Team des Marktredwitzer Werkhofs. „Wir haben gut zu tun. Derzeit haben wir eine Vorlaufzeit von fünf Wochen“, sagt Michael Tschirn. Wer heute zum Beispiel eine Küche zum Abholen anbietet, zu dem kommen die Werkhof-Mitarbeiter erst in gut einem Monat. Der Kleinbus, in dem sie Möbel transportieren, ist täglich im Einsatz.

Die gute Auswahl im Sozialkaufhaus hat sich offenbar weithin herumgesprochen. Sogar an Werktagvormittagen schlendern immer wieder Kunden durch die beiden großen hallenartigen Räume und sehen sich um. Schätzungsweise 10.000 Kunden dürften seit der offiziellen Eröffnung im Mai vergangenen Jahres hier gewesen sein. Im Juni 2022 zählte das Team 794 Kunden. Allerdings, so Markus Friedrich, haben nur 86 tatsächlich etwas gekauft. „Anfangs hatten wir im Gegensatz zu unseren anderen Kaufhäusern lediglich Möbel im Angebot. Angesichts der niedrigen Käuferquote entschlossen wir uns, auch Dekoartikel und Porzellan mit anzubieten.“

Wer den Werkhof betritt, ist meist erstaunt, mit welcher Hingabe der Laden gestaltet ist. „Es gibt Werkhöfe, da stehen Tisch an Tisch und Wohnwand an Wohnwand. Hier in Marktredwitz legen die Mitarbeiter Wert auf eine freundliche Dekoration“, lobt Friedrich das Team. Vor allem Iris Hock und Gerlinde Lang sind für die Deko verantwortlich. Beide arbeiten ehrenamtlich im Kaufhaus, obwohl sie es nicht müssten und lediglich eine Aufwandsentschädigung von einem Euro in der Stunde erhalten. „Es macht einen Heidenspaß, hier zu sein“, sagt Gerlinde Lang. Wie die beiden Frauen empfinden fast alle Mitarbeiter.

Bild: Matthias Bäumler/fph
Gerlinde Lang (links) und Iris Hock arbeiten ehrenamtlich im Werkhof.

Arbeit und Selbstwert

Arbeit. Das ist für Markus Friedrich einer der wichtigsten Begriffe. „Es gibt Menschen viel, wenn sie sagen können, ,ich gehe jetzt in die Arbeit’. Die meisten blühen regelrecht auf und freuen sich über die Struktur, die ihre Tage haben, und sind stolz auf das, was sie leisten.“ Eben da nicht jeder gleich leistungsfähig sei und den Anforderungen der freien Wirtschaft gerecht werden könne, seien Arbeitsgelegenheiten wie der Werkhof so wichtig.

Da ist etwa das Beispiel einer Mitarbeiterin mit Mitte 50. Als sie sich in einem Betrieb vorstellt, teilt der Personalverantwortliche ihr mit, dass sie zu alt sei. Keine Chance. „Hier im Team hingegen ist sie beinahe unersetzlich. Sie beweist, was sie kann, und das ist eine ganze Menge“, so Friedrich. Auch Iris Hock und Gerlinde Lang wollen die Arbeit im Werkhof nicht mehr missen. Iris Hock war vor langer Zeit mal Hotelfachfrau und Köchin. Später wurde sie arbeitslos. Dass das Jobcenter sie in einen „1,50-Euro-Job“ im Sozialkaufhaus vermittelt hat, entpuppte sich für die Frau als ein Glücksfall. „Als die Maßnahme ausgelaufen ist, bin ich einfach hier geblieben. Bevor ich daheim rumsitze, arbeite ich lieber ehrenamtlich hier.“

Doch wer sind eigentlich die Kunden des Werkhofs? Michael Tschirn: „Ein großer Teil sind weniger begüterte Menschen, auch Migranten. Wir haben allerdings immer wieder wohlhabende Kunden, die sich hier nach einem Schnäppchen umsehen.“ Im Gegensatz zu den Tafeln kann im Sozialkaufhaus jeder einkaufen, eine Einkommensobergrenze gibt es nicht.

intergrund:

Werkhof Marktredwitz

  • Wo: Fikentscherstraße 12 in Marktredwitz
  • Telefon: 09231/4179780
  • Geöffnet: Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 16 Uhr und am Samstag von 9 bis 12 Uhr
  • Team: Elf Frauen und Männer

Austauschtreffen der Oberpfälzer Selbsthilfe-Unterstützungsstellen

Donnerstag, Juli 28th, 2022

Amberg. Auf Initiative der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt Amberg trafen sich am 29.06.2022 die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Oberpfälzer Selbsthilfekontaktstellen in der Vilsstadt, um sich über ihre Aktivitäten auszutauschen. Bürgermeister Martin J. Preuß schaute bei der Sitzung vorbei und lobte die wichtige Koordinierungsarbeit. Es gründen sich immer mehr Gruppen und nur wenige Organisationen lösen sich auf. Das zeigt, dass sich die Selbsthilfe in der Gesellschaft etabliert habe und stets am Puls der Zeit sei.

Interessant waren die Berichte aus den Unterstützungsstellen. Die Weidener SEKO ist zuständig für die Nordoberpfalz, die Stadt Weiden, den Landkreis Neustadt/WN und den Landkreis Tirschenreuth. Sie haben gerade erfolgreich den 2. Selbsthilfetag durchgeführt. Die Amberger Stelle war mit u.a. am Oberpfalztag mit einem Stand aktiv, an dem sich mehrere Gruppen beteiligt hatten. Sie konnte zudem für Gruppen mehrere Workshops und Seminare anbieten. Zusätzlich wird zweimal jährlich als Brücke zur Selbsthilfe der Selbstmanagementkurs „INSEA Aktiv- Leben mit chronischer Erkrankung“ angeboten.

KISS Regensburg ist in der Oberpfalz die größte Kontaktstelle mit einem breiten Angebot an Fortbildungen und Vorträgen für Selbsthilfegruppenaktive. Über den „Runden Tisch Oberpfalz“ konnten 175 Gruppen finanziell gefördert werden. Die Kontaktstellen Regensburg und Weiden berichteten über die intensive Zusammenarbeit mit dem Bezirksklinikum Wöllershof und dem Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, das bereits mehrfach mit der Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet wurde. Die Kooperation zwischen Selbsthilfegruppen, Kontaktstelle und Klinikum Wöllershof startete dagegen neu und entwickelt sich für alle Seiten gewinnbringend.

In Neumarkt gibt es mit dem Selbsthilfehaus und dem Bürgerzentrum Pölling gute Voraussetzungen für Gruppen, sich kostenfrei zu treffen. Auch der Internetauftritt wurde hier generalsaniert. Die Mitarbeiterinnen des Gesundheitsamtes Schwandorf, welche die Selbsthilfeförderung als „Nebenaufgabe“ erfüllen, sind und waren mit Corona stark ausgelastet. Die Nebenaufgabe konnte von daher hauptsächlich durch die Vermittlung und die Veröffentlichung der Gruppenkontakte im Internet bedient werden.

Gemeinsame Themen waren die Pandemiebedingungen, das regionales Gruppengeschehen, der Ausbau der Online-Selbsthilfe bzw. die Stärkung der Onlinekompetenz von Gruppen und eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Das Konzept eines mehrtätigen Workshops für Oberpfälzer Selbsthilfegruppen wurde im vergangenen Jahr unter dem Motto „Vom Ich zum Wir – Zusammenhalt und Gemeinschaft fördern“ erstmalig umgesetzt und soll alle zwei Jahre im gleichen Format weiter angeboten werden.

Bürgermeister Martin J. Preuß (hinter rechts) begrüßte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oberpfälzer Selbsthilfe-Unterstützungsstellen,
die auf Einladung von Kerstin Bauer, Leiterin der Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen der Stadt Amberg, in Amberg tagten.
Foto © Kerstin Bauer, Stadt Amberg

Autorin: Kerstin Bauer