Selbsthilfegruppen präsentieren sich beim großen Selbsthilfetag in Weiden

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Jun 272022
 

Weiden. Wer eine Selbsthilfegruppe sucht, war beim Selbsthilfetag genau richtig. „Das sind mutige Menschen“, lobt ein Organisator.

Von Beate Luber

Schirmherr Lothar Höher und Karl Rühl, Chef der Diakonie Weiden, die Träger der Selbsthilfekontaktstelle ist. Bild: Beate Luber
Infostände – Bild: Beate Luber
Infostände im Innenhof der Regionalbibliothek. Bild: Beate Luber
Die Organisatoren von der Selbsthilfekontaktstelle Brigitte Lindner und Jürgen Huhn. Bild: Beate Luber
Musiker Ronja Künstler auf der Bühne. Bild: Beate Luber
Vortrag über Borderline von Psychotherapeutin Linda Narius. Bild: Beate Luber
Der AOK-Stand in der VHS Weiden-Neustadt. Bild: Beate Luber

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher kamen zum Selbsthilfetag in die Regionalbibliothek und VHS nach Weiden. Und auch die Selbsthilfegruppen hatten sichtlich Freude daran, sich nach außen zu präsentieren und untereinander auszutauschen. Während der Corona-Zeit war es sehr schwierig sich zu treffen, erzählt Organisator Jürgen Huhn.

Schwieriger Regelwust während Coronazeit

„Verzweiflungsattacken“ habe er bekommen, als er sich auf der Webseite des Gesundheitsministeriums über die wechselnden Regeln für Selbsthilfegruppen informieren wollte, erinnert er sich. „Da wünscht man sich rechts einen Übersetzer und links einen Rechtsanwalt.“ Auf das Online-Format konnten manche Gruppen nicht ausweichen, etwa aufgrund von Erkrankungen wie Sprachstörungen. Doch auch hier hätte sich die Stärke der Selbsthilfegruppen wieder gezeigt: Die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren und selbst zu helfen.

„Wir machen das ja mittlerweile ein Jahr, und ich finde es so toll, wie mutig die Menschen hier sind“, lobt Huhn. Menschen, die in einer Selbsthilfegruppe seien, würden nicht jammern, sondern eigenverantwortlich um sich kümmern. Dabei betonte er die gesellschaftliche Wichtigkeit solcher Gruppen, auch für das Gesundheitssystem.

100 Selbsthilfegruppen bei Kontaktstelle

100 Selbsthilfegruppen betreuen Jürgen Huhn und Brigitte Lindner in ihrer Kontaktstelle. „Gerade gründen wir eine neue Gruppe zu Borderline“, erzählt sie. Wenn genug Menschen zusammen sind, begleiten sie die Gruppen die erste Zeit, bis sie sich selbst organisieren können. Auch die Coronahinterbliebenen haben sich in der letzten Zeit gegründet. Lindner hat an diesem Tag auch schon wieder neue Anfragen für Gruppen bekommen.

Schirmherr und Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher überreichte eine Spende über 500 Euro von den Rotariern.

Infos zu Selbsthilfegruppen

Wer eine Selbsthilfegruppe im Raum Nordoberpfalz sucht oder selbst gründen will, kann sich bei der Selbsthilfekontaktstelle unter Telefon 0961 38931-63 oder E-Mail seko.nopf@diakonie-weiden.de melden. Die Beratung ist kostenlos. Mehr Infos unter Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz.

Quelle: Oberpfalz Echo

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Zweiter Selbsthilfe-Tag: Viele
Informationen für Hilfe zur Selbsthilfe

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Informationen für Hilfe zur Selbsthilfe
Jun 272022
 

Wer Hilfe braucht, weiß nicht immer gleich, wo er sie bekommt. Der zweite Selbsthilfetag klärt auf. Gibt es in der nördlichen Oberpfalz doch allein unter dem Dach der Kontaktstelle Nordoberpfalz an die 100 Selbsthilfegruppen.

Weiden. (uz) Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Nordoberpfalz hatte in die Regionalbibliothek und Volkshochschule Weiden-Neustadt zum zweiten Selbsthilfetag eingeladen. Hier erläuterten am Donnerstag Selbsthilfegruppen an Infoständen ihre Arbeit und gaben erste hilfreiche Informationen. Schirmherr, Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher, begriff die Arbeit von Selbsthilfegruppen als einen wichtigen Bestandteil im sozialen Leben einer Gesellschaft. Hier würden Betroffene eigene Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig helfen. In seiner Eigenschaft als Präsident des Rotary-Clubs unterstützte Höher die Aktion „Lebensmut in Gemeinschaft“ mit 500 Euro.

Brigitte Lindner, Leiterin der Selbsthilfe-Kontaktstelle, zeigte sich mit der Resonanz sehr zufrieden. Trotz hochsommerlicher Temperaturen hätten sich viele Gruppen beteiligt, und auch die Beratungsstellen hätten sich sehr kooperativ gezeigt. Besonders freute sie sich über die aktive Unterstützung durch Künstler, wie Ronja Künkler, Hans Grajer und Andrea Bibel, Mozarts Five oder Annika Fischer und Andreas Wildenauer. Das Interesse an gezielten Fragen sei groß, wenngleich ein Selbsthilfetag kein Bürgerfest sei, sagte sie.

„Wir hatten eigentlich keinerlei Erwartung an die Veranstaltung, weil wir coronabedingt nicht groß planen konnten“, berichtete Jürgen Huhn, ebenfalls Leiter der Kontaktstelle. Zwei in der Regionalbibliothek geplante Musikveranstaltungen mussten aus diesem Grund kurzerhand abgesagt werden. „Wir sind zufrieden und hoffen, dass die Informationen weitergetragen werden.“

Wie vorher schon Bürgermeister Höher bewertete auch Huhn die Selbsthilfearbeit als „sehr wichtig für die Gesellschaft“. Es gehe hier nicht darum, dass sich Leute selber helfen würden, was durchaus toll sei und viel Mut abverlange. Hier gehe es auch nicht um Selbstmitleid, sondern hier stünden die Macher im Vordergrund. „Viele von ihnen sind über die Jahre zu Experten geworden. Die kennen sich aus mit ihren Symptomen und ihren Krankheiten. Die können mit jedem Fachmann mithalten.“ Und dieses Wissen an andere weiterzugeben, sei das Ziel dieser Veranstaltung.

Oft sei es doch so: „Du bekommst die Diagnose, Klinik, Behandlung, Reha. Aber was dann? Was hinterher?“ Für diese Zeit danach gebe es dann Selbsthilfegruppen. „Die kennen die neuesten Therapien,
Kuren und besten Ärzte.“ Dieses Know-how sei ihm früher gar nicht bewusst gewesen. „Bei uns sind 100 Selbsthilfegruppen aus der ganzen nördlichen Oberpfalz zu den unterschiedlichsten Themen vereint.“ Viele von ihnen waren mit ihren Infoständen im Innenhof der Regionalbibliothek und in der VHS Cafeteria vor Ort. Es gab Vorträge und Muskelentspannungsübungen.

Quelle: Der neue Tag – Ausgabe Sa. 25.06.2022

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„Lebensmut in Gemeinschaft“: Zweiter Selbsthilfetag Nordoberpfalz

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Jun 222022
 

Sie können vieles: Etwa den Schock nach der Diagnose einer schweren Krankheit mildern. Oder zeigen, wie sich gut mit Krankheit leben lässt. Eines sind Selbsthilfegruppen jedenfalls nicht: Stuhlkreise, deren Mitglieder sich gegenseitig bemitleiden.

Weiden. (eig) „Lebensmut in Gemeinschaft“ ist der zweite Selbsthilfetag Nordoberpfalz überschrieben, der am Donnerstag, 23. Juni, auf dem Gelände der Regionalbibliothek und der Volkshochschule (VHS) stattfindet. Es wäre vermutlich schon die vierte Veranstaltung dieser Art, wenn der ausrichtenden Selbsthilfekontaktstelle (Seko) der Diakonie nach der viel beachteten Premiere 2019 in Neustadt/WN
nicht die Corona-Pandemie dazwischen gekommen wäre.

Inzwischen hat auch die Leitung der Seko gewechselt: Auf Ramona Kriegler sind Brigitte Lindner und
Jürgen Huhn gefolgt, die ihre Kontakte in die Musikszene der Region genutzt haben, um ein spannendes
musikalisches Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen.

Arbeit „unersetzlich“
Die stellvertretende Leiterin der Regionalbibliothek, Daisy Brenner, sagt bei der Vorstellung des Programmes einen Satz, der die Bedeutung einer Selbsthilfegruppe schlaglichtartig bewusst macht: „Es
kann jede und jeden jederzeit angehen.“

Bürgermeister Lothar Höher, in seiner Eigenschaft als Bezirkstags Vizepräsident Schirmherr der Veranstaltung, bezeichnet die Selbsthilfegruppen, die grundsätzlich nur von einem selbst Erkrankten geleitet werden, als „unersetzlich“: Deren Arbeit könne kein noch so ausgeklügelter Sozialstaat ersetzen.
Auch Brigitte Lindner nennt Selbsthilfe einen „unverzichtbaren Teil des Gesundheitssystems“.

20 Selbsthilfegruppen mit dabei
Die Pandemie macht es den Selbsthilfegruppen allerdings nach wie vor schwer: Das reicht von den Rahmenbedingungen für die Treffen bis zur immer noch anhaltenden Zögerlichkeit vieler Teilnehmer in
einer Zeit, in der das Virus nach wie vor präsent sei, wie Jürgen Huhn deutlich macht. Umso erfreulicher sei, dass sich 20 Selbsthilfegruppen aus der Nordoberpfalz beim zweiten Selbsthilfetag vorstellen werden.
Dazu präsentiert die Volkshochschule als Co-Veranstalter ihre ambulanten Reha-Gruppen, die den Worten Angelika Meindls zufolge sehr gut angenommen werden.

Meindl, pädagogische Mitarbeiterin der VHS im Bereich Gesundheit, bezeichnet die Partnerschaft mit der Seko als außerordentlich gewinnbringend. Die Seko selbst unterhält Kontakte zu rund 100 Selbsthilfegruppen von A wie Adipositas bis Zwie Zöliakie.

Der Selbsthilfetag soll in erster Linie dazu dienen, die Arbeit der Gruppen vorzustellen und Berührungsängste abzubauen. Er will aber auch fundierte Information bieten in Form von Experten-Vorträgen: und das in einem Rahmen, der mit Hilfe von Musikern und der Bewirtung durch das Lese-Café der Regionalbibliothek dem Ganzen die Schwere nehmen soll.

Quelle: Der neue Tag – Ausgabe Mittwoch 22.06.22

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Die Selbsthilfekontaktstelle zu Besuch beim SPDi Weiden

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Mai 172022
 

Am Fr. 29.04.2022 stellten Brigitte Lindner und Jürgen Huhn (hinterste Reihe) auf Einladung von Sabine Dobmeier,  der Leiterin des SPDi (vorne links),  die Arbeit der SeKo bei den Kolleg*innen  der Beratungsstelle für Seelische Gesundheit vor.

Bei einem rund zweistündigen Gespräch stellten sich auch  die einzelnen Fachbereiche der Beratungsstelle in der Bismarckstraße vor und gemeinsam wurden Möglichkeiten einer weiterführenden Zusammenarbeit besprochen.

So wird die Selbsthilfekontaktstelle bereits am Di 12.07.2022 an einem weiteren informellen Austausch teilnehmen. Dieses Mal  allerdings im Kreis der Klient*innen des SPDi  und deren Angehörigen. Diesen sollen u.a. die Möglichkeiten der Selbsthilfegruppen-Arbeit und die Aufgabe der Selbsthilfekontaktstelle  vorgestellt werden.

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Selbsthilfefreundliches Krankenhaus

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Mrz 182022
 

Am 08.02.2022 stellte Brigitte Lindner von der Selbsthilfekontaktstelle Nördliche Oberpfalz (SeKo NOPf.) das Projekt „selbsthilfe-freundliches Krankenhaus“ den Besucher*innen und Angestellten in der Oase des Sozialteams vor. Es ist eine Tagesstätte für psychiatrieerfahrene Menschen in Weiden – zu finden im 2. Stock des Verlagshauses Spintler in der Hochstraße 21.

Einige der Anwesenden zeigten sich sehr interessiert und für eine Zusammenarbeit bereit. Beim „Selbsthilfefreundlichen Krankenhaus“ handelt es sich zunächst um ein Pilotprojekt, eine Zusammenarbeit der Seko mit dem Bezirkskrankenhaus Wöllershof. Im Gesundheitswesen wird die Wichtigkeit der Selbsthilfe als wichtiges Standbein der Rehabilitation bzw. der Nachsorge immer mehr erkannt und gewürdigt.

Psychiatrie-erfahrene Personen aus der Selbsthilfe gesucht

Haben Sie Interesse daran, im neu zu gründenden Qualitätszirkel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ mitzuarbeiten, der im Lauf des Jahres in Wöllershof stattfinden wird?

Dafür werden psychiatrie-erfahrene Personen aus der Selbsthilfe gesucht.

Mehr Info gern in der Seko NOPf, Brigitte Lindner,

Tel.: 0961 / 389 31 63 oder seko.nopf@diakonie-weiden.de

oder schon mal vorab: www.selbsthilfefreundlichkeit.de

Termine gibt es im ersten Halbjahr 2022 noch keine, es wird anfangs allerhöchstens ein Termin im Monat sein, dauerhaft dann eher weniger.

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25. Jubiläum der Parkinson-Gruppe

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Dez 022021
 

Zum 25jährigen Jubiläum der Parkinson-Regionalgruppe Weiden hatte die 1. Vorsitzende, Veronika Lederer, am 20.10.2021 ins Café Mitte eingeladen.

Sie konnte zahlreiche Mitglieder, Förderer und Lokalpolitiker*innen (u.a. OB Meyer, Bürgermeister Wildenauer und Stadtratskolleg*innen) zu diesem denkwürdigen Tag begrüßen.

Nach Dankesworten an die Gäste, Würdigung der Gründer und langjährigen Unterstützer der Gruppe, folgte die Ehrung der langjährigen Mitglieder der Selbsthilfegruppe mit einem kleinen Geschenk.

Die Selbsthilfegruppe versucht, ihre Mitglieder vom oft beschwerlichen Alltag abzulenken, mit informativen Vorträgen und Fahrten und auch mit geselligen Aktionen.  

Der zum Jubiläum engagierte Vortragsredner Herr Dr. Martin Winterholler, Chefarzt der Neurologie am Klinikum Rummelsberg, unterstrich die Wichtigkeit, nicht die Krankheit in den Mittelpunkt zu stellen, sondern das Leben. Wer sich mit seiner Diagnose aktiv auseinandersetzt und etwas unternimmt, hat ganz eindeutig die bessere Perspektive. Deshalb ist die Selbsthilfearbeit auch offiziell „systemrelevant“.

Nach einem kurzen Einblick in die Geschichte der Parkinson-Krankheit gab er Informationen zum aktuellen Stand der Forschung. Parkinson ist zwar seit 190 Jahren erkannt, aber erst seit 5 bis 8 Jahren weiß man von den Vorgängen in den Zellen, und wie man sie verhindern kann. Mit diesen Erkenntnissen können jetzt Medikamente und/oder eine Impfung entwickelt werden, die nicht nur die Symptome lindern, sondern die Ursache bekämpfen.

Dr. Winterholler gibt wertvolle Alltagstipps: Der Genuss von Kaffee verbessert die Wirkung der Medikamente und vermindert so die Symptome der Krankheit.

Zwei mal tägliche Bewegung wie QiGong oder Tanz kann den Einsatz von Medikamenten verringern. Die Beweglichkeit erhält sich dadurch erheblich länger.

Nach dem – trotz des ernsten Themas – unterhaltsam vorgetragenen Referat wurde mit einem reichhaltigen Kuchenbuffet, sowie Häppchen und Getränken, noch schön gefeiert.

Denn das gesellige Beisammensein und Freude am Leben ist die beste Medizin.

Veronika Lederer hatte mit Unterstützung ihres Mannes und einiger Aktiven der Gruppe einen sehr gelungenen und leckeren Nachmittag organisiert.

Die Treffen der Gruppe finden an jedem dritten Mittwoch im Monat um 14 Uhr im Café Mitte statt, in Weiden, zum Stockerhutpark 1

Kontakt: Veronika Lederer, Tel. 0961 / 381 90 591

Foto: Herr Kreuzer, Neuer Tag

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Von der Schuld befreien

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Dez 022021
 

Angehörige von Corona-Verstorbenen in ihrer Not nicht alleine lassen – Moderierter Abend von Erika Kleber im Haus der Diakonie Weiden

Der Verlust eines lieben Menschen ist für sich alleine schon schwer belastend. Wohin mit meinem Schmerz, wohin mit meiner Liebe? Was mache ich mit der Leere und der plötzlichen Einsamkeit? Kommen noch Zweifel und Schuldgefühle hinzu, wird die Last schier unerträglich.  Habe ich selbst dazu beigetragen, ihn bzw. sie am Ende selbst infiziert? Bin ich durch mein Verhalten mitverantwortlich für den Tod des geliebten Menschen? Ich habe Schuldgefühle, weil  ich meine Lieben im Krankenhaus oder Altersheim alleine lassen musste. Wie kann man damit fertig werden, wie damit leben?

Darum ging es am vergangenen Donnerstag (30.09.)  im  Haus der Diakonie. Die Selbsthilfekontaktstelle (SEKO) hatte trauernde Angehörige zu einem  moderierten Abend zum Thema „Schuld“ eingeladen. Erika Kleber, Altenpflegerin, Geronto- und Palliativfachkraft, sowie Stationsleitung im Eleonore Sindersberger Altenheim,  ging einfühlsam auf Fragen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein. Im weiteren Verlauf zeigte sie auch verschiedene Aspekte von „Schuld“ auf. Wie kommt es dazu, dass wir uns schuldig fühlen und wie kann man sich davon befreien?

Es ist schwer vorstellbar, dass dieses Leid noch gesteigert werden kann. Aber fast alle Anwesenden erzählten von unmenschlichen Bedingungen und Verhalten in Pflegeheimen oder Kliniken. Die negativen Erfahrungen überwogen deutlich! Allerdings wurde auch von Seniorenheimen berichtet, die eine Begleitung des Angehörigen ermöglichten. Erzählungen von einfühlsamen Personal und verständnisvollen Ärzten wechselten sich ab mit Berichten über ein völlig gefühlloses und ignorantes Verhalten. Eine Teilnehmerin erwog sogar, die betreffende Klinik zu verklagen. Dem allem noch nicht genug, kamen noch abwertende oder verharmlosende Kommentare aus dem Freundeskreis  oder von  Nachbarn hinzu.

Trauerbewältigung ist eine Befreiung. Sich und andere von „Schuld“ freisprechen zu können, ist gleichfalls befreiend. Das gemeinsame Gespräch wurde an diesem Abend von allen als sehr wertvoll und hilfreich empfunden. Und es sind starke Menschen, die sich dieser Trauer stellen und nicht an ihr zerbrechen wollen. Die einen Weg suchen, sich von Schuld und Leid zu befreien und wieder Freude erleben möchten. Auch, wenn es anfangs schwer ist.

Ende Juli startete ein Selbsthilfe-Projekt für Angehörige von Menschen, die mit oder an Corona verstorben sind. Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm gab den Startschuss in Weiden, um bayernweit die Gründung eines Netzwerks von Selbsthilfegruppen zu fördern. Im August fanden sich erste Angehörige in Weiden zur Gruppe „Corona-Hinterbliebene“ zusammen. Kontakt: Christine Eglmeier, Tel 0151 – 728 35 458, E-Mail: c-eglmeier@gmx.de

Bei der  Selbsthilfekontaktstelle besteht zudem die Möglichkeit, zu über 100 Selbsthilfegruppen der nördlichen Oberpfalz zu den unterschiedlichsten Themen Informationen und Ansprechpartner zu erhalten.

Brigitte Lindner / Jürgen Huhn, Tel 0961 / 389 31 63, E-Mail: seko.nopf@diakonie-weiden.de

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Schuld als großes Thema für Angehörige von Corona-Toten

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Okt 062021
 

Selbsthilfegruppe wird nach Erfahrungen bei ersten Treffen inhaltlich konkreter – Teilnehmer treibt die Frage nach (Mit)Schuld an der Infizierung um

Weiden. (mte) Nach den ersten Treffen der Selbsthilfegruppe für Angehörige von Corona-Toten in Weiden steht eines fest: Das Thema Schuld nagt an vielen. Deshalb wird nun das Hilfsangebot spezifiziert.

Der Ausbruch des Coronavirus kostete bislang allein Weiden 98 Menschen das Leben. 188 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 gab es bislang im Landkreis Neustadt/ WN. Das sagt die Statistik des Robert-Koch-Instituts mit Stand Donnerstag, 16. September. Doch hinter jeder Zahl stecken Geschichten, ein Leben, Menschen und Angehörige, die mit diesem Verlust fertig werden müssen. Für sie etablierte die Evangelische Kirche Bayern in Zusammenarbeit mit der Selbsthilfekontaktstelle (Seko) Nordoberpfalz, begleitet von der Diakonie Weiden kürzlich eine Selbsthilfegruppe für
Trauernde. Dabei kristallisierte sich nach den ersten Treffen von betroffenen Familienangehörigen ab August ein starkes Bedürfnis heraus, sich mit dem Thema „Schuld“ zu befassen. Etwa die Schuld, gegebenenfalls die Infizierung seines Angehörigen selbst (mit)verursacht zu haben.

Das wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Wie kann man damit fertig werden? Wie soll man damit leben? Erika Kleber, Altenpflegerin, Geronto- und Palliativfachkraft sowie Stationsleitung im Eleonore-Sindersberger-Altenheim in Weiden,
will Antworten geben. Sie kommt laut einer Mitteilung der Seko zu einem Vortrag ins Haus der Diakonie in der Sebastianstraße 18 in Weiden. Dabei werde sie auch auf die Fragen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen
eingehen, heißt es.

Der Vortrag findet am Donnerstag, 30. September, um 18 Uhr statt. Betroffene interessierte Angehörige seien willkommen, müssen sich wegen der geltenden Hygienevorschriften aber vorab unter der Telefonnummer
0961/38931–63 (auch über den Anrufbeantworter) anmelden. Die Anmeldung ist auch möglich über E-Mail an Seko.nopf@diakonie-weiden.de. Bei Überschreitung der erlaubten Anzahl für den Raum gibt es am Donnerstag, 14.
Oktober, einen weiteren Termin.

Quelle: Der neue Tag 17.09.2021

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Weiden: Gründung Selbsthilfegruppe für Corona-Trauernde

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Jul 292021
 

In Weiden ist heute der Startschuss zum Aufbau eines Selbsthilfegruppennetzwerks für Corona-Trauernde in Bayern gegeben worden. Dem bayerischen Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzenden Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm war dieses Netzwerk eine Herzensangelegenheit. Das Netzwerk sei sehr wichtig, weil diese Form der Trauerbewältigung für die Betroffenen auch eine Art innere Befreiung sei, so Bedford-Strohm.

Beim Pressegespräch in Weiden waren auch zwei Frauen dabei, die über ihre Erfahrungen nach dem Tod ihrer Angehörigen berichteten. Antonia Palmer hat Ende Januar dieses Jahres ihren Vater verloren. Sie habe sich beispielsweise die Fragen gestellt, woher das Virus gekommen sei und ob sie eventuell die Überträgerin des Virus gewesen sei.

Anita Schedel habe es im April vergangenen Jahres den Boden unter den Füßen weggezogen, als ihr Mann an Corona starb, erzählt sie. Er sei die Liebe ihres Lebens gewesen. Wörtlich sagte sie zu dem Selbsthilfegruppennetzwerk: „Betroffene helfen Betroffenen – ich bin überzeugt und weiß aus eigener Erfahrung, wie gut es tut, sich mit Leidensgenossen austauschen zu können“.

Laut Ramona Kriegler von der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz wird das erste Treffen bereits am 4. August um 18:30 Uhr abgehalten. Trauernde Angehörige können sich unter der Telefonnummer 0961 – 38 931 63 anmelden.

(tb)

Quelle: Weiden: Gründung Selbsthilfegruppe für Corona-Trauernde | Oberpfalz TV (otv.de)

Einen Beitrag von OTV finden Sie auch in der Mediathek unter Das Magazin vom 27.07.2021 | Oberpfalz TV (otv.de)

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In Weiden Start für Selbsthilfe-Netzwerk für Angehörige von Corona-Toten

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Jul 292021
 

1515 Oberpfälzer – So viele waren bis Dienstag am Coronavirus verstorben. Damit sie den Verlust besser bewältigen können, startet nun ein Selbsthilfenetzwerk für Angehörige von Corona-Opfern – in Weiden.

VonWiebke Elges

Weiden. Nicht nur weil die Oberpfalz lange Zeit Corona-Hotspot war, gibt es viel Bedarf für Trauerhilfe. Deshalb trifft sich am 4. August das erste Mal eine Corona-Trauergruppe in Weiden. Der bayerische Landesbischof und EKD Ratsvorsitzende, Heinrich Bedford-Strohm, gab am Dienstag in einer Pressekonferenz den Startschuss für ein bayernweites Netzwerk von Selbsthilfegruppen.
„Die Situation trauernder Angehöriger geht mir seit Beginn der Pandemie sehr nahe“, sagte Bedford-Strohm beim Pressegespräch in Weiden. In Selbsthilfegruppen können sich Menschen mit ähnlichen Schicksalen austauschen. In
Kooperation mit der Selbsthilfekoordination Bayerns soll es für Corona-Trauernde künftig einen geschützten Raum geben.

Trauergruppe in Weiden
Immer wieder betont Bedford-Strohm in dem Gespräch die positive Energie, die durch das Angebot für Corona-Trauernde verbreitet wird. Es sei ein Zeichen der Hoffnung. „Das heute ist der Auftakt. Wir machen jetzt die Telefonnummer bekannt, damit Betroffene vielleicht den Mut finden, sich zu melden.“ Ziel sei später ein bayernweites
Netzwerk von Selbsthilfegruppen. Angehörige könnten bei einer zentralen Stelle eine Trauergruppe in ihrer Nähe erfragen oder Hilfe zur Gründung einer neuen Gruppe bekommen.
In Weiden findet der Austausch über die „Selbsthilfekoordination Bayern“ (SeKo) statt. „Selbsthilfe und Selbst-organisation im Sozial und Gesundheitsbereich zu stärken“ sei dabei das Ziel, erklärt die stellvertretende Geschäftsführerin der SeKo, Irena Težak.
Die Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle Nordoberpfalz, Ramona Kriegler, sagt, dass die Treffen in Weiden anfänglich von der Diakonie begleitetet werden sollen. Der Landesbischof fügt hinzu, dass die Zusammenarbeit von Kirche und
SeKo in Weiden bereits beispielhaft funktioniere.

Austausch ist wichtig
Die Idee kam Bedford-Strohm laut eigener Aussage während der Gedenkfeier für die Opfer der Corona-Pandemie am 18. April, als er direkten Kontakt zu trauernden Angehörigen erlebte. Danach entschied der Landesbischof, die Gründung eines bayernweiten Selbsthilfe Netzwerkes zu unterstützen und Trauernden einen Raum zum Austausch zu
geben.
Dass Austausch wichtig ist, bestätigt auch Antonia Palmer. Die Jurastudentin verlor Anfang des Jahres ihren Vater an Covid-19. Daraufhin gründetet sie die erste Online-Selbsthilfegruppe in Deutschland. „Dadurch wollte ich den Verlust
realisieren und die Trauer irgendwie verarbeiten.“

Vorwürfen entgegentreten
Als besonders schlimm empfindet Palmer Corona-Leugner, die Trauernde beschimpfen und teilweise haltlose Argumente vorbringen. Auch beim Umgang hiermit kann die Gruppe helfen: gemeinsam Vorwürfen von Corona-Leugnern entgegenzutreten, sagt Palmer. Auch Anita Schedel empfindet den Austausch mit anderen Trauernden als
wichtig und hilfreich für die Bewältigung des Schmerzes. Sie hat ihren Mann an Corona verloren. Jetzt möchte Schedel anhand des „Weidener Modells“ auch eine Trauergruppe in München aufbauen.

Quelle: Der neue Tag Weiden Ausgabe vom 28.07.2021

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